Großschau mit "zusätzlichem aktuellen Akzent"

3. April 2003, 13:58
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"Der Turmbau zu Babel" in Bild, Ton und Schrift in Europas Kulturhauptstadt

Graz - In einer Ausstellung im Grazer Schloss Eggenberg im Rahmen von "Graz 2003" sind von 5. April bis 5. Oktober rund 600 Exponate von 115 Leihgebern aus aller Welt zum Thema "Der Turmbau zu Babel" - Ursprung und Vielfalt von Sprache - zu sehen.

Konzipiert wurde die Ausstellung vom Kunsthistorischen Museum Wien, die Gesamtleitung liegt beim Generaldirektor des Museums, Wilfried Seipel, der bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Graz erläuterte, man habe versucht "in drei Abschnitten alles, was mit dem Turmbau zusammenhängt, zu verwirklichen". Nicht beabsichtigt gewesen sei dagegen jener "zusätzliche aktuelle Akzent", der sich daraus ergibt, dass der Ursprung des Turmes in momentan umkämpften Land liege.

Bild

Der erste Teil der Ausstellung nennt sich "Kunst", und zeigt anhand von bedeutenden Werken der gesamten Kunstgeschichte Einblicke in die bisherige Beschäftigung mit dem Turmbau zu Babel. Hier sind unter anderem die Bilder "Der Turmbau zu Babel" von Pieter Breughel d.J., eine Miniatur zum Turmbau aus der Millstätter Genesis oder Lucas van Valckenborchs "Der babylonische Turmbau" zu sehen. Gezeigt wird auch ein Überblick über den aktuellen Stand der archäologischen Forschung zu diesem Thema.

Sprache

Mit "Sprache" setzt sich der zweite Teil auseinander. In diesem Bereich gibt es neben einem Typoskript von Ernst Jandls "von einen sprachen" und einem Autograf von Otto M. Zykan auch Klanginstallationen. Anhand von zum Teil historischen Aufnahmen aus dem Phonogrammarchiv der Österreichischen Akademie der Wissenschaften werden Sprachen aus aller Welt hörbar gemacht. Gezeigt wird auch ein Lesegerät für Sehbehinderte, bei dem der Text auf die Lesefläche gelegt und vom Apparat vorgelesen wird.

Schrift

Der dritte Teil ist der "Schrift" gewidmet und zeigt archäologisches und völkerkundliches Material. Zu sehen sind neben babylonischen und assyrischen Keilschriftsystemen auch die erst vor wenigen Jahren entzifferte Mayaschrift, Hieroglyphen sowie noch unentzifferten Schriften wie die der Osterinsel. Auch eine Kopie des Rosetta-Steins gehört zu den Ausstellungs-Objekten. (APA)

Service

"Der Turmbau zu Babel"

Geöffnet täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr, Donnerstag 10.00 bis 21.00 Uhr.

Link

graz03.at
  • Bild nicht mehr verfügbar

    'Der Turmbau zu Babel' von Pieter Breughel dem Jüngeren (zwischen 1585 und 1595; Ausschnitt)

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