Ex-EMTS-Vorständen drohen Haftstrafen

3. April 2003, 13:49
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Format: Geheimer KPMG-Prüfbericht belegt Scheingeschäfte

Den Ex-Vorständen des vor der Pleite stehenden Salzburger Handydienstleisters EMTS Technologie AG, Franz Guggenberger, Marcel Eichmann und Christian Roitinger drohen wegen Scheingeschäften und Umsatzmanipulationen nun sogar Haftstrafen. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin Format in seiner aktuellen Ausgabe.

Angeordnet?

Die Umsatzmanipulationen wurden angeblich von Ex-EMTS-Vorstand Marcel Eichmann persönlich angeordnet. Das geht aus dem 66seitigen "Bericht über die Sonderprüfung der EMTS Technologie AG, Elsbethen" durch die renommierte Wirtschaftsprüfungskanzlei KPMG Alpen-Treuhand hervor.

Geheim

Format zitiert aus dem exklusiv vorliegenden Geheimpapier: "Konzernumsatz und -ergebnis im Jahresabschluß 31. Dezember 2001 waren bewußt manipuliert und das Ergebnis um zumindest 2,3 Millionen Euro zu hoch ausgewiesen."

Die ehemaligen EMTS-Vorstände ließen die Bilanzen demnach via Scheinrechnungen manipulieren. So wurden laut KPMG Rechnungen, denen keine Leistungen gegenüberstanden, ertragswirksam verbucht. Nach Bekanntgabe der Quartalsergebnisse wurden die Rechnungen dann wieder storniert.

Ohne "wirksame Genehmigungen des Aufsichtsrats"

Die KPMG-Prüfer stellen weiters fest, daß Firmenkäufe, wie etwa in der Schweiz, Norwegen, Holland und Finnland - alles Betriebe, die mittlerweile in Konkurs gegangen sind - ohne "wirksame Genehmigungen des Aufsichtsrats" erfolgt sind.

Besonderes Augenmerk widmet die KPMG laut Format der intensiven Nutzung des Firmenjets (monatliche Leasingrate: 26.153,04 Euro). Auch die übermäßige Verwendung der Firmenkreditkarte für "Massage, Kosmetikbehandlungen und Theatertickets" sowie der Kauf "einer Digitalkamera in der Höhe von 2.573,69 Euro" sorgte für Verwunderung.

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