Israel: Proteststreiks im öffentlichen Dienst weiten sich aus

3. April 2003, 14:01
2 Postings

Geplante Einsparungen wegen erhöhter Militärausgaben und Rezession sollen rund 12.000 Angestellten den Job kosten

Tel Aviv - In Israel weiten sich die Proteststreiks im öffentlichen Dienst immer mehr aus. Am Donnerstag waren die meisten Schulen im Land nur für wenige Stunden geöffnet. Auch 500 Kindertagesstätten schlossen auf unbestimmte Zeit. Seit Sonntag streiken außerdem zehntausende Angestellte und Arbeiter im Gesundheitswesen und im öffentlichen Dienst, darunter die städtischen Müllabfuhren. Der Gewerkschaftsdachverband Histadrut hat für kommenden Sonntag eine weitere Verstärkung der Kampfmaßnahmen angekündigt und sogar einen unbefristeten Generalstreik nicht mehr ausgeschlossen.

Einkommenssenkungen geplant

Anlass für die Gewerkschaftsproteste sind die angekündigten Sparmaßnahmen der Regierung Ariel Scharon. Die Regierung muss wegen verminderter Steuereinnahmen und erhöhter Ausgaben für das Militär im laufenden Haushalt 15 Milliarden Schekel (rund drei Milliarden Euro) einsparen. Im öffentlichen Dienst sollen deshalb die Einkommen um bis zu 20 Prozent gesenkt und etwa 12.000 Angestellte, überwiegend LehrerInnen, entlassen werden. Bereits im Herbst vergangenen Jahres hatte die Knesset Einsparungen in Höhe von rund zehn Milliarden Schekeln (zwei Milliarden Euro) beschlossen.

Israels Wirtschaft steckt inmitten einer seit bereits zwei Jahren andauernden Rezession. In diesem Jahr wird erneut mit einem Rückgang von mindestens einem Prozent gerechnet. (APA/dpa)

Share if you care.