"Zeiten auf Seiten"

3. April 2003, 13:34
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Ausstellung 300 Jahre "Wiener Zeitung"

Die "Wiener Zeitung", die seit 1780 unter diesem Titel erscheint und 1703 als "Wiennerisches Diarium" gegründet wurde, feiert ihren 300. Geburtstag. Die Ausstellung "Zeiten auf Seiten - 300 Jahre 'Wiener Zeitung'", die am Donnerstag im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek eröffnet wurde, spanne einen Bogen von den Anfängen des Zeitungswesens bis zur digitalen Gegenwart, so Nationalbibliothek-Generaldirektorin Johanna Rachinger und Karl Schiessl, Geschäftsführer des Blattes.

Als "Wiennerisches Diarium" gegründet

Die "Wiener Zeitung" ist die älteste noch erscheinende Tageszeitung der Welt: Am 8. August 1703 wurde sie als "Wiennerisches Diarium" gegründet.

"Verstaatlicht"

Von 1703 bis 1857 befand sich die Zeitung in privaten Händen, von Ende 1857 bis 1998 wurde sie von der Staatsdruckerei verlegt und hergestellt, nachdem das Blatt unter Kaiser Franz Joseph "verstaatlicht" worden war. Seit 1780 trägt das Organ der Republik Österreich seinen heutigen Namen. Die "Wiener Zeitung" erscheint seit 1703 ohne Unterbrechung - einzige Ausnahme: 1940 bis 1945. 1945 wurde die "Wiener Zeitung" "wiedergeboren", seit 1998 ist sie eine eigene GmbH im ausschließlichen Eigentum des Bundes.

"Treue Chronistin und unverzichtbare Wegbegleiterin"

"Das Verhältnis Staatsmacht und 'Wiener Zeitung' hat von Beginn an auf hundertprozentiger Seriosität basiert", so Karl Schiessl. "Unsere Vorgänger haben seit 1703 auf so manche Darstellung verzichtet, die nicht eindeutig authentisch war, sich so manchen Kommentars enthalten, der nicht allen möglichen Aspekten gerecht wurde und Spekulationen strikt vermieden. Umgekehrt konnten alle Betroffenen - unabhängig ob Politiker, Beamte oder betroffene Bürger sich darauf verlassen, dass alles, was in der 'Wiener Zeitung' steht, auch tatsächlich gilt bzw. Faktum ist". Bundespräsident Thomas Klestil spricht in einer Grußadresse denn auch von einer "treuen Chronistin und unverzichtbaren Wegbegleiterin" Österreichs.

Für die Zukunft

Man bemühe sich auch, neue Dienste "in Richtung Multimedialität" anzubieten. So wird es etwa ab Juli alle Bundesgesetzblätter zurückreichend bis 1945 in digitaler Form geben.

"Staats-Plattform"

Darüber hinaus arbeite man im Internet an der "Staats-Plattform" oesterreich.at. Dort soll "ganz Österreich, das offizielle und das halboffizielle" abgebildet werden. Schiessl bot der Bundesregierung an, über diese Plattform künftig auch das "E-Government" abzuwickeln. (APA)

Service

Ausstellung "Zeiten auf Seiten" im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek vom 4. April bis 4. Mai. Öffnungszeiten: Täglich 10.00 bis 14.00 Uhr, Donnerstag 10 bis 19 Uhr, Eintritt: 5 Euro bzw. 3 Euro.

Am Freitag liegt der "Wiener Zeitung" eine 116 Seiten starke Sonderbeilage zur 300-jährigen Geschichte und Gegenwart des Blattes bei.

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