2003 bisher mehr Pleiten

3. April 2003, 13:07
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Private stärker betroffen als Firman - 7.548 Mitarbeiter arbeiteten laut AKV im 1. Quartal 2003 in insolventen Betrieben

Wien - Die Zahl der heimischen Insolvenzen hat sich in den ersten drei Monaten 2003 um 4,3 Prozent auf 2.380 erhöht. Der Anstieg ist auf die erhöhte Anzahl der Privatinsolvenzen um 17,5 Prozent auf 1.043 zurückzuführen, während bei den Firmenpleiten nach vollständiger Insolvenzstatistik ein Rückgang von 4,3 Prozent auf 1.337 zahlungsunfähige Betriebe verzeichnet wurde, teilte der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) am Donnerstag mit.

Der Pleiten-Rückgang bei den Firmen könne jedoch "nicht als Indiz für eine Entspannung im Sinne eines objektiven Rückgangs der Insolvenzgefahr gewertet werden", erklärte der AKV. Die Gesamtsumme der offenen Passiva belief sich auf 720 Mio. Euro. Insgesamt waren 7.548 Mitarbeiter von den Pleiten betroffen, davon 2.171 Beschäftigte in Wien.

Baugewerbe am stärksten betroffen

Von den insgesamt 2.380 Insolvenzen waren im 1. Quartal 2003 nach endgültigen Daten 33 Ausgleiche (Vorjahresquartal: 34), 1.588 Konkurse (1.405) und 759 abgewiesene Konkurse (844). Das unausgewogene Verhältnis von Ausgleichen zu Konkursen von 33 zu 1.588 signalisiere "ungebrochen, dass ein zeitgerechtes Reagieren auf objektiv gegebenen Reorganisations- und Sanierungsbedarf nur von einer geringen Anzahl der Wirtschaftstreibenden praktiziert wird".

Am stärksten von Insolvenzen betroffen waren wie im Vorjahr die Branchen Bauhaupt- und Nebengewerbe (103 Insolvenzen), Gaststätten und Hotellerie (73), Transportunternehmen (32), Elektrogeräte (27) und der Bereich Papier, Druck, Verlage (24).

Die meisten Insolvenzverfahren fanden im 1. Quartal 2003 mit 653 Verfahren in Wien statt, gefolgt von Oberösterreich (412), Niederösterreich (297) und der Steiermark (236). Die größte Insolvenz in Wien mit 66,3 Mio. Euro Passiva war CyberTron, gefolgt vom Unternehmer Fritz Fleiß (22,6 Mio. Euro) und der EMTS Austria (14,7 Mio. Euro).(APA)

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