von Linda Reiter

3. April 2003, 19:29
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LAP, zweiter Teil: Heute sprechen die Leser und Leserinnen. Frau Britta erzählt: Wenn ich das Wort "Lebensabschnittspartner" höre, fällt mir eine Episode aus meiner stürmischen Zeit ein, als ich noch alle paar Wochen dachte: ER ist es! - Keiner war es. Einer davon hat es aber tatsächlich in kurzer Zeit auf meine Couch gebracht. Ich wollte nur noch die Familienverhältnisse abklären. Was er damals sagte, weiß ich noch wortwörtlich: "Ich bin zwar verheiratet. Aber ich lade dich ein, mit mir ein Stück des Weges gemeinsam zu gehen." Ich schluckte und erwiderte: "Gut, bis zur Ausgangstür gehe ich mit!"

Herr Clemens grübelt: LAP gut und schön, aber wie wird es wohl den LAPKI gehen, den Lebensabschnittspartnerkindern? Die brauchen dann jede Menge psychologischer LAPKIBET - Lebensabschnittspartnerkinderbetreuer. Und die LAPAN, die Lebensabschnittspartneranwälte, werden sich dumm und dämlich verdienen, wenn die LAP um das LAPKIBESRE streiten, um das Lebensabschnittspartnerkinderbesuchsrecht.

Und weiter geht es mit der neuen Generation von Abkürzungen. Frau Bruna sinniert: So, so, Frau Reiter. Sie mögen also keine LAP. Das kann ich verstehen. Ich gehöre auch eher zu den Frauen, die mit einem MAMS (Mann an meiner Seite) alt werden wollen. Doch im Laufe eines langen Lebens summieren sich die LAP. Rückblickend betrachtet kann man dann nur noch von ELAP sprechen, von ehemaligen Lebensabschnittspartnern. Genau diese Kurzformel wurde von einer Freundin in unserem privaten Internet-Bücherforum schon vor einigen Jahren kreiert.

Ich verstehe, liebe Frau Bruna. Bei der Sammlung von ELAP, von ehemaligen Lebensabschnittspartnern, die ein LAPIR, ein "Lebensabschnittspartner in Ruhe", schlussendlich vorweisen kann, um seine Reife oder Unreife für eine Ehe zu dokumentieren, müsste es sich dann wohl um das persönliche ELAPORAT handeln.
Freundlichst, Linda.Reiter (Der Standard/rondo/04/04/2003)

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