Das Ende der Mozilla Web-Suite

3. April 2003, 12:30
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Neue Roadmap gibt Auskunft über geplante Entwicklungen und Neuerungen

Die Entwickler von Mozilla.org haben kurz nach der Veröffentlichung der Alpha-Version für Mozilla 1.4 (der WebStandard berichtete) eine neue Roadmap vorgelegt. Diese gibt Einblicke in die künftigen Planungen und Ideen und bedeutet den Abschied von der Web-Suite in der bisherigen Form.

Kein Web-Suite mehr

Die bisherige Mozilla Web-Suite bestand aus Browser, E-Mail- sowie Chat-Client, HTML-Editor und Entwickler-Toolkit. Nach der neuen Roadmap soll das Paket in Zukunft nicht mehr als einheitliche Suite weiterentwickelt werden. Der neue Standard-Browser soll der abgespeckte Mozilla-Ableger Phoenix werden. Auch der E-Mail Minotaur soll - ähnlich dem Phoenix - schlanker und schneller werden. Die Roadmap gibt keine genauen Aufschlüsse über die Zukunft des Chat-Clients Chatzilla und dem Kalender Mozilla Calendar.

Gecko bleibt

Die Entwickler werden allerdings auch weiterhin nicht auf die Gecko-Rendering-Engine verzichten, dem eigentlichen Kern des Mozilla-Projekts. Das Gecko Runtime Environment (GRE) wird auch weiterhin die zentrale Software für alle Mozilla-Anwendungen bleiben. Die kommenden Veröffentlichungsdaten für die Versionen 1.5 wurden nun ebenfalls festgelegt. So wird die Alpha-Version am 27. Juni, die Beta am 25. Juli und die fertige Version am 20. August verfügbar sein.

Von XPFE zu XMLUIL

Schließlich soll das Open-Source-Projekt in kleinere Untergruppen mit klaren Zuständigkeiten aufgebrochen werden. Bei der Entwicklung soll es auch zu einer Umstellung von XPToolkit (XPFE) auf "XML-based User Inface Language", wie sie auch bei Phoenix eingesetzt wird, kommen. Ziel der neuen Roadmap ist es zu verhindern, dass der Code weiter aufgebläht wird. Anstelle von einem Gesamtpaket, in dem bereits alle Funktionen integriert sind, werden die einzelnen Anwendungen so ausgelegt, dass sie mit Add-ons leicht auf die Anforderungen der einzelnen Benutzer angepasst werden können.

Die Entscheidung von Apple, für seinen Browser Safari nicht Mozilla sondern KHTML zu verwenden, hatte eine heftige Kritik an Mozilla ausgelöst. Viele Entwickler hatten bemängelt, dass die Web-Suite einfach zu groß und zu komplex ist. Mit der neuen Roadmap soll nun der Umstieg eingeleitet werden.(pte/red)

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