Wonnezeit für Vögel

3. April 2003, 11:45
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Im Nationalpark Neusiedler See sind die ersten Zugvögel aus Afrika da

Neusiedler See - Mit dem beginnenden Frühling ist im Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel die Wonnezeit für Vögel und deren Beobachter aus der ganzen Welt ausgebrochen. Die ersten Zugvögel sind aus Afrika zurück und tummeln sich nun an den Rast-, Balz- und Brutplätzen am pannonischen Steppensee. Für Kenner aber auch für Laien bietet sich jetzt die beste Gelegenheit für einen ornithologischen Frühlingsausflug, um die einmalige Vogelwelt des Nationalparks Neusiedler See – Seewinkels kennenzulernen.

Vogelkundler erwarten die Ankunft der Zugvögel aus Afrika mit Spannung: einer der frühesten Heimkehrer ist der Kiebitz, oft schon Mitte Februar auf den Wiesen des Seewinkels zu sehen. Nach und nach erobern die anderen Watvogelarten die Lackenränder, darunter Uferschnepfe und Säbelschnäbler, die als Langstreckenflieger bis zu 5000km zurück legen. Ebenso zeigen sich schon die Trupps der Durchzügler, wie der Kampfläufer, die den Seewinkel als „Tankstelle“ auf ihrem Zug in die Brutgebiete im Norden nutzen. Die Ankunftstermine können ein paar Tage bis ein paar Wochen schwanken, denn die Zugvögel legen auf ihrer Reise mehrere tausend Kilometer zurück und machen auch viele Zwischenstopps.

Freie Sicht

Jetzt ist der ganze Seewinkel eine Bühne für das Naturerlebnis. Noch sind die Gräser kurz von der vergangenen Weidesaison, kein Laub verdeckt die Sicht, und das manchmal harte Licht lässt unerwartete Einblicke in die vielfältigen Lebensräume zu. Weil der vergangene Winter ausreichend Niederschlag gebracht hat, ist für Wasser in den Lackenbecken und Feuchtwiesen gesorgt. Damit lohnt es sich, nicht allein auf große Wasserflächen zu schauen, sondern den Blick durchs Fernglas auf die kleinen Mulden der Hutweiden zu richten. Dort kann man dann mit ein wenig Geduld bodenbrütende Vogelarten entdecken und die ersten Graugansfamilien mit ihrem goldgelben Nachwuchs sowie die erste Blütenpracht einer Feuchtwiesen-Orchidee sehen.

Auch ohne besondere ornithologische Kenntnisse können Naturinteressierte einige charakteristische Vogelarten des Neusiedler See - Gebietes erkennen: den Rotschenkel, eine zierliche Watvogelart, die zu recht diesen Namen trägt. Mit seiner großen Flügelspannweite, dem streifenden Flug über den Wiesen und den leicht abstehenden Fingerfedern ist auch die Rohrweihe, der häufigste Feuchtgebiets-Greifvogel, nicht zu verwechseln. Reiherarten erkennt man ebenfalls am Flug, weil sie den Hals s-förmig gekrümmt haben – im Gegensatz zum selteneren Löffler, der mit gestrecktem Hals und schnellerem Flügelschlag unterwegs ist. (pte)

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