Kälte-vermittelndes Protein entdeckt

3. April 2003, 11:51
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Ionenkanal öffnet sich bei kaltem Stimulus

La Jolla/Kalifornien - US-Forscher haben ein neues Protein entdeckt und isoliert, das die Kälte-Emfindlichkeit über die Haut vermittelt. Forscher verschiedener Labors haben bereits Rezeptoren, die Hitze, Wärme und Kälte registrieren, identifiziert. Die Entdeckung des Kälte-vermittelnden Proteins ließ bislang auf sich warten. Den Erfolg verbuchten Wissenschaftler des Scripps Research Institutes (TSRI) und des Genomics Institutes der Novartis Research Foundation (GNF).

"Das Kälterezeptor-Protein ANKTM1 wurde übersehen, weil es mit Wärme-, Hitze- und Kälterezeptoren nur entfernt verwandt ist", berichten die Forscher des TSRI, Ardem Patapoutian und Gina Story. Im Labor stellte sich aber heraus, dass das Protein zwar nicht wie ein Temperatur-Rezeptor aussieht, aber wie einer agiert. "Bei einem kalten Stimulus öffnete sich in der Folge der Ionenkanal", so Story. Das Ionenkanal-Protein ANKTM1 ist bei Raumtemperatur und darüber inaktiv. Bei Temperaturen unter 15 Grad Celsius öffnet sich der Kanal. Positiv geladene Ionen strömen in den langen Fortsatz der Nervenzelle, das Axon. Über diese Leitungsbahn wird das elektrische Signal über Nerven in das Gehirn geleitet und so "Kälte" kommuniziert.

Bedeutender Weise ist ANKTM1 "Nachbar" von TRPV1, einem Mitglied der TRP-Kanalfamilie. TRPV1 spielt bei Entzündungen bzw. der Schmerz-Vermittlung an das Gehirn eine Rolle. Zuzeit untersuchen Forscher verschiedene Substanzen, die TRPV1 blockieren. Da ANKTM1 in den selben Neuronen exprimiert wird, "könnte auch dieses Protein Ziel neuer Schmerz-Therapeutika werden", so Patapoutian. Die Ergebnisse erscheinen im Fachblatt Cell. (pte)

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