Welle im Glas

18. August 2003, 11:46
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"Echo" ist der neue Herrenduft von Davidoff, für den der Designer Karim Rashid einen faszinierenden Flakon geschaffen hat

"Ich will Design humaner machen", sagt Karim Rashid. Der 42-jährige Designer aus New York hat, so erzählt er, "momentan 60 Projekte am Laufen". Klingt überzeugend, wenn man bedenkt, dass der gerne als "Popstar des Designs" Apostrophierte in den vergangenen sieben Jahren über 800 Produkte geschaffen hat, von Geräten für die Informationstechnologie bis hin zum Kanaldeckel.

Eines dieser Produkte ist der ungewöhnliche Flakon für den neuen Herrenduft von Davidoff, die des Designers formidablen Umgang mit Materialien und seine Hinwendung zum Taktilen und Sinnlichen belegt. Das klare und schwere Glas des ultraschmalen Behälters wurde - mit beachtlicher technischer Tüftelei - in eine fließende, wellige Form gebracht, in die auch der Sprühkopf aus Metall integriert ist. "Eine feminine Version eines männlichen Flakons" sei ihm vorgeschwebt, erklärt Karim Rashid, "verformt wie eine Flasche, die zusammengedrückt wurde". Ein Paradebeispiel für die von Rashid prophezeite "globale Lässigkeit" im Design, in der nicht die Technologie im Vordergrund stehe, sondern greifbare, angenehme und gewinnende Objekte.

Für den Duft selbst hat Alain Astori, Parfümeur und Vizepräsident von International Flavors and Fragrances, den Ausgangspunkt bei der Frischluft genommen, die er in einer verfeinerten Version im Labor "nachbaute" und mit metallischen und Aldehyd-Komponenten sowie Duftnuancen von weißem Wildleder kombinierte. Das Bild, das ihm dabei vorschwebte: Urbanität und Bewegung, glänzender Stahl und Glas in einer modernen Stadt, "die City in einer Flasche einfangen". Ein frischer, holzig-würziger Duft mit starker Designhülle, angepeilte Zielgruppe von "Echo" sind die 25- bis 35-Jährigen. (Der Standard/rondo/mw/28/03/2003)

  • "Echo"
    foto: davidoff

    "Echo"

  • Möbelobjekt von Karim Rashid
    foto: davidoff

    Möbelobjekt von Karim Rashid

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