Airports wollen neues Gehaltsschema

3. April 2003, 22:06
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Billig-Carrier bewahrten Wiener Flughafen im März vor kräftigem Passagiereinbruch

Wien - Die heimischen Flughäfen verhandeln derzeit mit der Gewerkschaft über einen neuen Kollektivvertrag (KV). Ziel der Airports ist es, die Einkommenskurve zu verflachen, also die Einkommen am Beginn anzuheben und am Ende der Berufslaufbahn zu reduzieren. Der Flughafen Wien hat für seine 2612 Mitarbeiter dafür in der Vorjahresbilanz 8,4 Mio. Euro Rückstellungen gebildet. Mit diesem Betrag sollen die Einkommenseinbußen der "Verlierer" des neuen Systems ausgeglichen werden, sagte Finanzvorstand Kurt Waniek.

Wiederholte Verzögerungen

Mittlerweile hat der Flughafen Wien seine siebenprozentige Beteiligung am geplanten Berliner Flughafen abgeschrieben. Die Summe der Aufwendungen dafür bezifferte Waniek mit drei Mio. Euro. Das 1,7 Mrd. Euro schwere Großprojekt, das bis 2009 die bisherigen Berliner Flughäfen Tegel und Tempelhof ersetzen sollte, ist nach wiederholten Verzögerungen neuerlich ins Stocken geraten.

Nach kräftigen Passagierzuwächsen im Jänner und Februar von 15 und 8,7 Prozent gab es im März in Wien einen Einbruch von minus 0,5 Prozent. Flughafen-Chef Herbert Kaufmann betonte, dass das relativ geringe Minus den Billigcarriern Air Berlin und Germanwings zu verdanken sei. Hätte es sie nicht gegeben, wäre das Minus bei fünf Prozent gelegen. Kumuliert hat der Flughafen im ersten Quartal um sieben Prozent mehr Passagiere befördert. Ob das für heuer prognostizierte Passagierplus trotz Irakkrieges halten wird, kann derzeit nicht gesagt werden. Sollte es notwendig sein, werde der Flughafen bei den geplanten Investitionen im Ausmaß von 159 Mio. Euro Abstriche machen.

Schwer einschätzbar ist für den Wiener Flughafen auch die Lungenkrankheit Sars. Ab Wien wird das unmittelbare Krisengebiet (Hongkong, Südchina, Vietnam) nicht direkt angeflogen. Auf die Region Ostasien/Australien entfielen im Vorjahr 7,9 Prozent der knapp zwölf Mio. beförderten Passagiere.

Airline-Verluste

Die EU-Kommission befürchtet, dass der Irakkrieg den europäischen Airlines Verluste von 2,5 Mrd. Euro beschert. Bereits die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA hatten den europäischen Fluggesellschaften Verluste in Höhe von 3,2 Mrd. Euro bereitet. Damals kündigten die Airlines bereits zehn Prozent ihres Personals. In der EU gibt es 125 Fluggesellschaften und 450 Flughäfen. (cr)

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