Frauen übermäßig belastet

3. April 2003, 10:28
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Deutliche Kritik der GPA/FCG gegen "inakzeptable Kürzungen"

Wien - Die Ablehnungsfront gegen die Pensionspläne der schwarz-blauen Regierung werden immer breiter. Neben SPÖ und Grünen zeigen sich Widerstände auch innerhalb der FPÖ sowie beim ÖVP-Arbeitnehmerflügel ÖAAB und den Gewerkschaften. Der stellvertretende Bundesgeschäftsführer der ChristgewerkschafterInnen in der GPA, Günther Trausznitz, erklärte am Donnerstag, die beabsichtigte Pensionsreform würde zu einer Reihe von "inakzeptabeln Konsequenzen" für künftige Pensionisten führen. So würden Arbeitnehmer, die knapp vor der Pensionierung stehen, durch größtenteils drastische Pensionskürzungen vor den Kopf gestoßen, die Situation älterer Arbeitsloser zusätzlich verschärft und vor allem Frauen übermäßig belastet.

Kurzfristige und unsoziale Einsparungen

Eine wirksame Sicherung des Sozialsystems, wie von der Bundesregierung propagiert, sieht Trausznitz durch die beabsichtigten Maßnahmen im Pensionsbereich nicht gewährleistet: "Vielmehr laufen die Pläne auf kurzfristige und unsoziale Einsparungen auf Kosten von Arbeitnehmern hinaus. Ein zusätzlicher Anstieg bei der Arbeitslosigkeit Älterer wird absehbar und gerade jetzt dringend erforderliche Schritte zur Stärkung der Kaufkraft werden durch diese Vorhaben zusätzlich konterkariert."

Frauen-Pensionen: In Härtefällen Pensionsminus von 30 Prozent

Bereits ab dem nächstem Jahr haben neu hinzukommenden PensionistInnen durch die Kürzung des Steigerungsprozentsatzes mit Kürzungen von mindestens elf Prozent zu rechnen. Vor allem Angestellte hätten aufgrund für sie kennzeichnender Einkommensentwicklungen und Karriereverläufe durch die Ausweitung des Durchrechnungszeitraumes mit übermäßigen Verlusten zu rechnen, und insbesondere für angestellte Frauen wären Härtefällen mit einem Pensionsminus von 30 Prozent absehbar, erklärt der FCG-Gewerkschafter. Angesichts der Tragweite der präsentierten Vorhaben sieht Trausznitz wenige Grundlagen für einen Konsens mit gewerkschaftlichen Forderungen gegeben und bestärkt abschließend die seitens des ÖGB bereits angekündigten Maßnahmen zur Verhinderung der Pensionspläne. (APA)

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