Bei Flucht vor Wiener Polizei in den Tod gestürzt

3. April 2003, 14:24
3 Postings

Mann sprang aus dritten Stock - Verdächtiger war an Handydiebstählen beteiligt

Wien - Ein Zugriff der Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (WEGA) hat in der Nacht auf Donnerstag, für einen Mann tödlich geendet:

Der unter dem Verdacht von Handydiebstählen stehende Mann, dessen genaue Identität zunächst ungeklärt war, sprang nach Polizeiangaben aus dem Fenster einer Wohnung in der Leopoldstadt. Er erlitt einen Genickbruch und war auf der Stelle tot.

Handydiebstahl von Kleintransportern

Der Verstorbene, ein 30 bis 35 Jahre alter Algerier, der keinerlei Ausweispapiere bei sich hatte, hat laut Polizei einer vierköpfigen Tätergruppe angehört, die auf Handydiebstahl von Kleintransportern spezialisiert war.

Diebstahl beim Ausladen der Waren

Ein mutmaßliches Mitglied, der 34-jährige Mustafa H., war am Dienstag auf frischer Tat ertappt worden. Die Kripo hatte gemeinsam mit der Sicherheitsabteilung einer großen, zuletzt immer wieder geschädigten Elektrohandelsfirma Zulieferfahrzeuge observiert. Die Gruppe ging laut Polizei immer so vor: Während der Fahrer eines Transportlasters ein Paket zustellte, räumten die Verdächtigen so viele Waren wie möglich von der Ladefläche.

Spurensuche

Während der Chauffeur festgenommen wurde, entkamen zwei Komplizen, bei denen es sich um den Verunglückten und den 28-jährigen Meziane M. gehandelt haben soll. Vom vierten Mann fehlte weiterhin jede Spur.

Die Ermittler forschten den Wohnort der beiden Gesuchten aus. In der Nacht auf Donnerstag erfolgte der Zugriff durch vier WEGA-Einsatzkräfte.

"Die Beamten haben zunächst angeklopft, mehrfach 'Aufmachen, Polizei' gerufen und erst dann die Tür gewaltsam geöffnet", berichtete Major Roland Frühwirth, Kripo-Chef im Kriminalkommissariat Mitte. Als die WEGA in die Wohnung eindrang, stand der aus dem Schlaf gerissene Meziane M. allein neben einem Matratzenlager vor einem offenen Fenster.

Flucht

Der andere Mann habe, während die Polizisten noch die Tür öffneten, versucht, aus dem Fenster zu flüchten. "Es ist möglich, dass er geglaubt hat, er könne vom Fenster aus einen Baum erreichen und von dort auf den Boden klettern", so der Major. Den Sprung aus laut Frühwirth rund zehn Meter Höhe überlebte der Verdächtige nicht. Die Kriminaldirektion 1 hat den Todesfall untersucht. Meziane M. habe die Angaben der WEGA-Beamten bestätigt.

70 Vorfälle

In den vergangenen Monaten hätten sich in Wien bis zu 70 solcher Vorfälle zum Schaden verschiedenster Firmen ereignet. Gestohlen wurden vor allem Handys und Laptops, aber auch Kosmetikartikel, sagte Frühwirth. Es wird angenommen, dass mehrere Tätergruppen unterwegs sind.(APA)

Share if you care.