Palästinensisch-israelische Sicherheitsgespräche offenbar wieder aufgenommen

2. April 2003, 22:01
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Israels Außenminister befürchtet Untergrabung der Autorität des neuen palästinensischen Ministerpräsidenten Abbas

Jerusalem - Zum ersten Mal seit Monaten haben sich offenbar palästinensische und israelische Sicherheitskräfte zu Gesprächen über die Lage in den Autonomiegebieten getroffen. Wie ein palästinensischer Polizeikommandeur am Mittwoch mitteilte, fanden in der vergangenen Woche zwei Treffen statt. Das israelische Verteidigungsministerium lehnte eine Stellungnahme dazu ab. Der neue palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas kam unterdessen mit anderen Politikern im Gazastreifen zusammen, um über die geplante Besetzung seines Kabinetts zu sprechen. Die Regierungsbildung wird noch für diesen Monat erwartet.

Die Ernennung von Abbas, der auch als Abu Masen bekannt ist, betrachten auch israelische Politiker als neue Chance für den Friedensprozess. Der israelische Verteidigungsminister Shaul Mofas äußerte am Mittwoch gegenüber einem Online-Magazin jedoch die Befürchtung, Abbas' Bemühungen könnten von Palästinenserpräsident Yasser Arafat untergraben werden. "Arafat wird versuchen, Abu Masen Schwierigkeiten zu machen", zitierte das israelische Internetmedium Y-Net den Minister. Arafat hatte nur widerwillig dem Druck der internationalen Gemeinschaft nachgegeben, seinen langjährigen Stellvertreter zum Ministerpräsidenten zu ernennen und damit seine eigene Macht einzuschränken. (APA/AP)

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