Krampusspiele in Döbling und der VP-Zentrale

2. April 2003, 19:44
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Für Unmut sorgt die geplante Organisationsreform der VP - Adolf Tiller, mächtigster aller Bezirksvorsteher ist sauer

Wien - Für Unmut sorgt die geplante Organisationsreform der VP auch in Döbling. Adolf Tiller, mächtigster aller Bezirksvorsteher, ist ebenso wie sein Währinger Kollege Karl Homole sauer, weil er aus den Medien von geplanten organisatorischen Änderungen erfahren müsse. "Die sollen mich net kramperln", droht Tiller. Er habe schon mehrmals bewiesen, dass man in der VP nicht ohne ihn die Rechnung macht.

Werner Suppan, verantwortlich für die Reform, betont, dass man im Landesparteivorstand die Pläne besprochen habe.

Bezirksübergreifende Büros

Gegen die Idee der Landesparteileitung, dass künftig bezirksübergreifende Büros die Parteiarbeit erledigen sollen, verwehrt sich Tiller ebenfalls: "Das ist für Döbling Nonsens." In seinem Bezirk herrsche Grätzelstärke: Sievering, Nussdorf, Neustift und all die anderen Ortskerne könne man nicht von einem anderen Bezirk aus betreuen. Da ginge der Bezug zur Bevölkerung verloren, und all die ehrenamtlichen Mitarbeiter "werden darauf pfeifen", dass sie für die Partei arbeiten. Und wenn man, wie Organisationsreferent Suppan betont hat, das Beispiel Niederösterreich als eine effiziente Parteiorganisation heranziehe, dann erinnert ihn Tiller: "Es gibt dort überall Ortsparteileitungen."

Weg vom Bündedenken, dem kann Tiller etwas abgewinnen. Weil: "Das ist in Döbling schon verwirklicht", Parteilose seien bereits in Arbeitskreisen tätig. Angst, als altgedienter Polithase in Pension geschickt zu werden, um dem Nachwuchs Platz zu machen, hat Tiller nicht. Er werde nämlich 2006 wieder zur Wahl antreten. (aw, DER STANDARD Printausgabe 3.4.2003)

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