Columbia-Überprüfung abgelehnt

2. April 2003, 19:13
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NASA verweigerte Satellitenfotos zur Schadenskontrolle

Washington - Die Raumfähre Columbia ist neuesten Erkenntnissen zufolge bereits mit einem beschädigten Flügel in die Atmosphäre eingetaucht und dann explodiert. Das zeige die erste Auswertung des Datenrecorders, meldeten US-Medien am Dienstagabend. Zugleich wurde bekannt, dass ein Nasa-Ingenieur eine Woche vor dem Unglück (sieben Tote) seine Vorgesetzten vergeblich aufgefordert hatte, Satellitenfotos machen zu lassen, um mögliche Defekte zu überprüfen.

Der Leiter der Ermittlungskommission, Ex-Admiral Harold Gehman, erklärte, der Datenrecorder liefere Hinweise auf eine Überhitzung des linken Flügels, als die Fähre noch in der obersten Atmosphärenschicht war. Nach bisherigen Erkenntnissen war beim Start der Fähre ein Isolierstück von einem Außentank abgebrochen und mit diesem Flügel kollidiert. Die darauf hin von der Nasa vorgenommene Schadensanalyse kam zum Schluss, dass keine Gefahr bestehe.

Nun wurde bekannt, dass der Nasa-Ingenieur in E-Mails dringend dazu geraten hatte, das Shuttle von Satelliten aus fotografieren zu lassen, um mögliche Defekte auszumachen. Dies nicht zu machen "grenze an Unverantwortlichkeit", schrieb der Ingenieur. Die Nasa-Manager lehnten das ab, es gebe keinen "außergewöhnlichen Grund", die Satelliten dafür neu zu programmieren. Laut Washington Post wären für diese Aufgabe vor allem Spionagesatelliten infrage gekommen.(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3. 4. 2003)

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