Geringeres Schlaganfall-Risiko durch Cholesterinsenker

2. April 2003, 19:01
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ASCOT-Studie vorzeitig abgebrochen - Effekt war eindeutig

Chicago - Zusätzlich zu einer Behandlung gegen die Hypertonie hilft die Einnahme des Cholesterinsenkers Atorvastatin Herzinfarkte und Schlaganfälle verhindern. Das ergab die so genannte ASCOT-Studie mit knapp 20.000 Teilnehmern. Sie wurde jetzt wegen des eindeutigen Effekts im Oktober vergangenen Jahres - zwei Jahre früher als geplant - abgebrochen.

Die Ergebnisse wurden am Mittwoch in Chicago anlässlich der Jahrestagung des American College of Cardiology (ACC) präsentiert. An 19.342 Patienten mit erhöhtem Blutdruck und normalen bis wenig erhöhten Cholesterinwerten (unter 250 Milligramm pro Deziliter Blut) sollte untersucht werden, ob die zusätzliche Einnahme des Cholesterinsenkers (ein so genanntes Statin) einen noch besseren Schutz vor Herz-Kreislauf-Zwischenfällen als die Hypertoniebehandlung allein bieten würde. Die Hälfte der Patienten bekam also zusätzlich Atorvastatin, die andere Hälfte ein Scheinmedikament (Placebo).

Die Hauptergebnisse:

In der Gruppe der Patienten, welche den Cholesterinsenker bekommen hatten, wurden um 36 Prozent weniger tödliche Herz-Zwischenfälle (Herzinfarkt, etc.) als in der Vergleichsgruppe registriert. Weiters gab es in dieser Gruppe um 27 Prozent weniger Schlaganfälle und eine Verringerung der Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Zwischenfällen und deshalb notwendigen invasiven Eingriffen von 21 Prozent. Während seit Jahren bekannt ist, dass die Einnahme von Statinen sowohl die Sterblichkeit als auch die Häufigkeit von Herz-Zwischenfällen verringert, gab es bisher wenige wissenschaftliche Studien, welche auch einen Effekt dieser Medikamente auf das Schlaganfall-Risiko bewiesen.

"Es muss vor allem auch erwähnt werden, dass die Ergebnisse dieser Richtung weisenden Studie zusätzlich zu einer intensiven Therapie des Bluthochdrucks bei diesen Patienten erzielt wurden", erklärte der schwedische Spezialist Univ.-Prof. Dr. Bjorn Dahlof von Universität in Göteborg, einer der Studienleiter der ASCOT-Studie laut einer Aussendung des US-Pharmakonzerns Pfizer. Das deutet darauf hin, dass die so genannten Statine nicht nur über die Senkung des Cholesterins wirken, sondern auch noch andere Wirkungen haben.(APA)

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