Beweisführung gegen Milosevic könnte sich verzögern

2. April 2003, 17:59
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UN-Kläger in Den Haag brauchen "mehr Zeit"

Den Haag - Im Prozess um den früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag könnte sich die Beweisführung der Anklage verzögern. Es werde nicht möglich sein, "das erforderliche Material" für die Anklageschriften zu Milosevics mutmaßlichen Verbrechen in Bosnien und Kroatien in der vorgegebenen Zeit zu präsentieren, sagte UN-Ankläger Geoffrey Nice am Mittwoch in Den Haag. Die Haager Richter hatten der Anklage ursprünglich eine Frist bis 16. Mai eingeräumt, um ihre Beweise gegen das frühere Staatsoberhaupt vorzulegen.

Der seit Februar vergangenen Jahres laufende Prozess wurde wegen Milosevics Bluthochdruck bereits sieben Mal unterbrochen. Die dadurch ausgefallenen 54 Prozesstage sollen der Anklage gutgeschrieben werden, hatten die Richter am Dienstag befunden. Milosevic muss sich in Den Haag wegen mutmaßlicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Völkermordes verantworten, die er während der Balkankriege in den 90er Jahren verübt haben soll.(APA/AFP)

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