Maya-Forschung per Computer

2. April 2003, 17:57
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Tikal Digital Access Project unterstützt virtuelle Ausgrabungen

Archäologen können das Reich der Maya in Zukunft von ihrem Computer aus entdecken. Erster Schritt dazu ist eine neue Online-Datenbank mit Hunderten bis Tausenden gesammelten Dokumenten über die Maya-Stadt Tikal. Die Daten stammen von 14 Jahre Ausgrabungen der Forscher der University of Pennsylvania Museum of Archaeology and Anthropology http://www.museum.upenn.edu in Philadelphia. Tikal, "das Rom Mittelamerikas", ist eine Ruinenstadt der Maya im Petengebiet in Guatemala. Sie war mit 16 Quadratkilometern eine der größten Städte der Mayakultur. Heute ist Tikal ein Touristenzentrum.

Tikal Digital Access Project

Das Tikal Digital Access Project soll es ermöglichen, nach Notizen, Fotos und Tonbändern zu suchen und damit der weltweiten Forschung zu dienen. Aus der Digitalisierung erhoffen sich die Initiatoren neue Erkenntnisse über die Kultur der Maya, ihre Mathematik, ihren Kalender, ihre Schrift und vieles mehr.

Ordnung

An der Entwicklung des Online-Archives beteiligt ist auch das Schoenberg Center for Electronic Text and Image (SCETI) in Philadelphia. Gemeinsam werden beide Institutionen in den nächsten zwei Jahren scannen, digitalisieren und katalogisieren. "Eine der größten Herausforderungen dabei wird es sein, Ordnung in die verschiedenartigen Datenträger wie Notizblöcke und Uralt-Disketten zu bringen", erklärt SCETI-Manager Greg Bear gegenüber dem Fachmagazin Nature. Alle Formate, mit denen jemals gearbeitet wurde, müssen in einem Projekt gebündelt werden. Das Projekt soll voraussichtlich 350.000 Dollar kosten. Einen Großteil der Kosten wird die Foundation for the Advancement of Mesoamerican Studies übernehmen.(pte)

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    bild: pte
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