Österreich bei Deutschen gefragt

2. April 2003, 18:00
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Tourismusanalyse 2003 zeigt positive Aussichten - Wien ist attraktivstes Städteziel weltweit

Berlin/Wien - Österreich bleibt ein gefragtes Reiseziel der deutschen Touristen und könnte durch Änderungen bei den Reiseplanungen als Folge des Irakkriegs profitieren. Dies geht aus der "Deutschen Tourismusanalyse 2003" hervor, die das renommierte BAT-Freizeitforschungsinstitut durchgeführt hat. Bei den gefragtesten Reisezielen rangiert Österreich nach Spanien und Italien an dritter Stelle.

Während 13,1 Prozent der Befragten angaben, nach Spanien reisen zu wollen, und Italien 10,1 Prozent als Reiseziel nannten, wollen 6,1 Prozent in Österreich Urlaub machen. Griechenland und die Staaten des ehemaligen Jugoslawien wie Kroatien und Slowenien folgen mit 4,3 bzw. 3,1 Prozent. Die Türkei, die im Vorjahr Österreich vom dritten Platz fast verdrängt hat, dürfte zu den Verlierern der heurigen Saison gehören.

Wenig Lust auf Flüge

Österreich könnte auch davon profitieren, dass ein Teil der Reisenden auf Flüge verzichten will. "Die konjunkturelle und weltpolitische Unsicherheit wirkt sich nachhaltig vor allem auf Flugreisen aus. Dafür werden sich immer mehr Urlauber für Fahrten mit Auto, Bus oder Bahn entscheiden", erläutert Institutsleiter Horst Opaschowski. Die karibischen Staaten, Spanien sowie Tunesien und Marokko waren die Verlierer der vergangenen Saison.

Wien Spitzenreiter

Bei den Städtereisen ins Ausland favorisieren die Deutschen Wien (16 Prozent) vor Prag und Paris (jeweils 15 Prozent). Danach folgen London und Venedig (je elf Prozent) sowie Salzburg (zehn Prozent). In einer BAT-Umfrage sollten deutsche Touristen, die in den vergangenen Jahren eine Städtereise gemacht haben, den Attraktivitätsgrad der jeweiligen Stadt einschätzen. Am besten schnitt dabei Wien ab, gefolgt von Florenz, Rom, Paris und Venedig.

Reiselust trotz Krise

Das Freizeitforschungsinstitut kommt zu der Einschätzung, dass die Reiselust der Deutschen ungebrochen ist: "Allen Krisenmeldungen in Wirtschaft und Politik zum Trotz zeichnet sich im Reisemarkt eine positive Grundstimmung ab. Irakkonflikt, steigende Energiepreise und höhere Sozialabgaben können offensichtlich die Reiselust der Deutschen nicht nachhaltig trüben. Die Bereitschaft zum Verreisen bleibt stabil." Eine nach dem Kriegsausbruch im Irak nachgeschobene Umfrage zeigt, dass sich die Werte bei den Reiseabsichten kaum verändert haben.

Dieser Trend zeigt sich auch beim Reservierungssystem "Start Amadeus", das rund 80 Prozent der deutschen Buchungen abwickelt. Demnach ist der Rückgang bei Reisen seit Beginn des Irakkriegs weniger stark ausgefallen als befürchtet. Der Buchungsrückstand von Jänner bis Ende März vergrößerte sich gegenüber dem Vorjahr auf 16,6 Prozent. Aber bereits Ende Februar lagen die Buchungen um 14,5 Prozent zurück. (Alexandra Föderl-Schmid, DER STANDARD, Printausgabe 3.4.2003)

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    Wien ist bei deutschen Städtetouristen Spitzenreiter.

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