Zehntausende Demonstranten weltweit fordern Dschihad gegen USA

2. April 2003, 17:35
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Kriegsgegner rufen zu Boykott von US-Produkten auf

Quetta/Sidon/Damaskus - Auf Anti-Kriegs-Kundgebungen in Ländern der moslemischen Welt sind am Mittwoch erneut wütende Rufe nach einem Glaubenskrieg gegen die USA und Großbritannien laut geworden. In der pakistanischen Provinzhauptstadt Quetta forderten unterschiedlichen Schätzungen zufolge 60.000 bis hunderttausend Menschen die Ausrufung des Dschihad. Die Demonstranten hielten Plakate mit Porträts von Saddam Hussein und Osama bin Laden hoch; viele Teilnehmer erklärten sich bereit, freiwillig im Irak gegen die US-geführte Allianz zu kämpfen. Zu der Kundgebung hatte das radikalislamische Parteienbündnis Muttahida Madshlis-e-Amal aufgerufen.

Britische und amerikanische Flaggen verbrannt

In mehreren Städten des Jemen forderten tausende Demonstranten die Regierung auf, offiziell zum Dschihad (Jihad, Heiliger Krieg) aufzurufen. In der Hauptstadt Sanaa verlangten mehrere hundert Kriegsgegner vor der US-Botschaft den Boykott amerikanischer Waren.

In der südlibanesischen Stadt Sidon brachten etwa zehntausend Libanesen und Palästinenser ihre Wut auf den Krieg gegen den Irak zum Ausdruck. Sie verbrannten britische und amerikanische Flaggen und übten zudem Kritik an den Regierungen von Ägypten und Jordanien, denen sie Unterstützung der USA vorwarfen. "Nieder mit Mubarak, nieder mit König Abdullah", war auf Transparenten zu lesen.

Demonstrationen auch in Westafrika

In Syrien bekundeten Angestellte von Flughäfen, Häfen und Staatsbetrieben mit einem zehnminütigen Streik ihre Solidarität mit dem Irak. Der Chef des Gewerkschaftsdachverbands, Mohammad Shaaban Asus, rief laut einer Meldung der Nachrichtenagentur SANA zum Boykott britischer und amerikanischer Produkte auf.

Die südwestafrikanische Republik Namibia erlebte ihre größte Demonstration seit mehr als zehn Jahren. In der Hauptstadt Windhuk forderten zweitausend Menschen einen Abzug der ausländischen Truppen aus dem Irak. Zu der Kundgebung hatten Kirchen, Gewerkschaften und die Regierungspartei SWAPO aufgerufen.(APA/AFP)

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