Generalstreik gegen Irak-Krieg legt Griechenland lahm

3. April 2003, 15:43
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Tausende demonstrieren in Athen gegen Krieg und für Gehaltserhöhung - Beamte folgen Streikaufruf von Gewerkschaft

Athen - Im Rahmen eines 24-stündigen Streiks im Öffentlichen Dienst haben in Athen mehrere tausend Menschen für Gehaltserhöhungen und gegen den Irak-Krieg demonstriert. 6000 Demonstranten marschierten nach Angaben der Polizei am Donnerstag unter den Rufen "Stoppt den Krieg" und "Völkermörder" zur US-Botschaft. Die Beamtengewerkschaft Adedi, die zu der Kundgebung aufgerufen hatte, sprach von fast 15.000 Teilnehmern.

Gegen rund fünfzig Jugendliche, die Molotow-Cocktails auf die Botschaft warfen, ging die Polizei mit Tränengas vor. Die Gewerkschaft hatte ursprünglich zu einem Streik für höhere Beamtenbezüge aufgerufen, dann aber auch den Irak-Krieg zum Thema gemacht.

Auch in Thessaloniki, Patras und auf mehreren griechischen Inseln gingen tausende Menschen auf die Straße. Private und öffentliche Schulen des Landes blieben geschlossen. In der Privatwirtschaft schlossen sich zahlreiche Beschäftigte für mehrere Stunden dem Streikaufruf der Beamten an, der laut Gewerkschaft weitgehend befolgt wurde.

Im Flugverkehr, bei der Bahn und im Öffentlichen Nahverkehr kam es zu schweren Behinderungen. Seit Beginn des Irak-Kriegs vor zwei Wochen gingen in Griechenland bereits Hunderttausende zu Protesten auf die Straße.(APA)

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