Jedes dritte Programm ist geklaut

3. April 2003, 10:44
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Die Software-Langfinger fügen Österreichs IT-Firmen 47 Millionen Euro Schaden zu

Durch eine 10-prozentige Reduktion der Raubkopien in Österreich von derzeit 33 auf 23 Prozent der gesamten gewerbliche Software könnten 3.600 Arbeitsplätze geschaffen werden. Das hat eine Studie der IT-Marktforscher IDC im Auftrag der Business Software Alliance (BSA) ergeben. Außerdem würde der österreichische IT-Markt demnach bis 2006 um 42 Prozent von 5,7 auf 8,1 Mrd. Euro wachsen – ohne 10-Prozent-Reduktion der Piraterie lediglich auf 7,6 Mrd. Euro. Durch Computer-Piraterie entstand der heimischen IT-Branche 2001 ein Schaden von 47 Mio. Euro.

BSA: Raubkopien sind kein Kavaliersdelikt

In den 80er Jahren habe die Piraterie "vielleicht" geholfen ein Programm populär zu machen und "somit eine kritische Masse zu erreichen", sagte BSA-Zentraleuropa-Manager Georg Herrnleben in einer Telefonanfrage der APA. "Doch heute muss man den Menschen klar machen, dass Raubkopien kein Kavaliersdelikt sind und gegen das Urheberrecht verstoßen". Die BSA fordert vor allem auch vom Gesetzgeber wirksame Strafen gegen Software-Raub.

Den ultimativen Kopierschutz gibt es nicht

Technische Lösungen gegen den illegalen Software-Gebrauch erweisen sich nach wie vor als schwierig. "Den ultimativen Kopierschutz gibt es nicht", so Herrnleben. Man müsse auch einen Kompromiss zwischen einfacher Bedienung für ehrliche Käufer und eben einem wirksamen Kopierschutz finden.

Geld für den Finanzminister

In Österreich sei der Gesetzgeber jedoch bereit das "Urheberrecht der Hersteller zu respektieren". Laut der Studie könnte eine Reduktion der Piraterie auch 445 Mio. Euro mehr an Einnahmen für den Finanzminister bringen. Zudem könnte eine Aufstockung der Arbeitskräfte um 3.600 auf 67.000 bis 2006 zusätzliche, wirtschaftliche Impulse bringen.

Schadensersatzklagen

IT-Firmen konnten im Jahr 2001 mit Schadensersatzklagen gegen Software-Piraten insgesamt rund 300.000 Euro einnehmen. "Der Schadenersatz macht etwa das Doppelte der Anschaffungskosten für die Software aus, dazu kommt dann die reguläre Installation der Programme – also dann das Dreifache", warnt Herrnleben vor unerlaubten Installationen.

Hauptverluste im gewerblichen Bereich

"Im gewerblichen Bereich haben wir die Hauptverluste", klagt Herrnleben. "Firmen nutzen innovative Software-Produkte für ihr Geschäft". Bei den Privaten sei "die Kaufnachfrage nicht immer ganz klar". Viele Private würden Programme installieren ohne sie wirklich zu brauchen, meint der Experte.(apa)

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