Tempo 30 für Wien-Mariahilf

3. April 2003, 15:40
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Nur Hauptstraßen und Linienbusse sollen von der generellen Tempo-Regelung ausgenommen werden - mit Umfrage

Wien – In Wien-Mariahilf werden weitere Maßnahmen zum Einbremsen des Autoverkehrs ergriffen: Erstmals in einem Wiener Bezirk soll ein generelles Tempolimit von 30 km/h eingeführt werden.

Ausgenommen wären nur die Hauptverkehrsstraßen, mit der Umsetzung soll noch heuer begonnen, so Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann (S) am Mittwoch zur APA. Laut Peter Lenz, Chef der Verkehrsabteilung MA 46, gibt es noch in keinem anderen Wiener Bezirk eine flächendeckende Tempo-30-Zone.

Buslinien wollen von Tempobeschränkung ausgenommen werden

Die Buslinien müssten aber ausgenommen bleiben, betonte Pressesprecher Johann Ehrengruber. Das Argument: Bei einem Unfall in einer Tempo-30-Zone könnte der Busfahrer als Alleinschuldiger übrig bleiben, weil nur bei ihm mittels Fahrtenschreiber eine allfällige Geschwindigkeitsübertretung nachweisbar sei.

Den Fahrgästen sei man zudem ein zügiges Vorankommen schuldig. Für die Nightline-Busse wünscht sich Ehrengruber daher in den Nachtstunden eine Aufhebung des Tempo-30-Limits auf der Mariahilfer Straße.

Lärmsenkung Positiv äußerte man sich beim VCÖ. Eine Studie aus dem Jahr 2000 belege, dass Tempo 30 im Ortsgebiet die Zahl der Verkehrstoten um 29 Prozent reduziere. Der wahrgenommene Lärm sinke um die Hälfte, so VCÖ-Sprecher Christian Gratzer.

Neubau will nachziehen

Ähnliche Überlegungen gibt es aber auch schon im benachbarten 7. Bezirk. Der Neubauer Grüne Bezirksvorsteher Thomas Blimlinger will die generelle Tempobeschränkung im Einvernehmen mit den anderen Bezirksfraktionen bis zum Sommer beantragen. "Die Idee dazu gibt es von den Grünen schon seit zehn Jahren", betonte er.

Ausgenommene Straßen

In Mariahilf gebe es einen einstimmigen Beschluss der Bezirksvertretung für die Maßnahme, sagte Kaufmann. Nicht gelten soll sie auf Hauptstraßen wie der Wienzeile, dem Gürtel, der Zweierlinie und der Gumpendorferstraße sowie überall dort, wo Busse der Wiener Linien verkehren. Sehr wohl einbeziehen will Kaufmann aber die Webgasse und die Stumpergasse: Diese seien zwar Durchzugsstraßen, die Verkehrsbelastung der Anrainer sei dort aber besonders hoch.

Laut Kaufmann wird der Wunsch des Bezirks gerade von der MA 46 geprüft. Deren Chef Peter Lenz meinte auf APA-Anfrage, dass es gegen das Tempolimit voraussichtlich keinen Einspruch geben werde, solange Hauptstraßen und Routen des öffentlichen Verkehrs tatsächlich ausgenommen blieben: "In Nebenstraßen haben wir nie etwas dagegen."(APA)

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