Kika will Ikea in Ungarn vermöbeln

2. April 2003, 18:43
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Fünf neue Einrichtungshäuser geplant

Wien - "Derzeit ist Ikea die klare Nummer eins in Ungarn, wir die Nummer zwei. Innerhalb der nächsten zwei Jahre wollen wir das umdrehen", sagt Ewald Repnik, Vorstand des Möbelhandelskonzerns Kika/Leiner und designierter Nachfolger des derzeitigen Chefs Herbert Koch. Ende 2003 eröffnet das St. Pöltner Unternehmen das "mit 40.000 Quadratmetern Gesamtfläche größte Einrichtungshaus Ungarns" neben der Autobahneinfahrt nach Budapest.

Vier weitere Standorte - in Budapest, Debrecen, Pécs und Szeged - sind geplant. Mit den zwei ungarischen Häusern, die man mit der Michelfeit-Übernahme vor drei Jahren mitbekommen hatte, wäre der schwedische Möbelmarktdominator überholt.

Weiterer Schritt in die Nachbarländer

Noch heuer soll entschieden werden, in welches der Nachbarländer ein weiterer Schritt gesetzt werden soll, so Repnik weiter, geprüft würden Standorte in Tschechien, der Slowakei und Slowenien sowie in Kroatien. In Österreich werden Märkte um 16 Mio. Euro ausgebaut, der Löwenanteil (13 Mio.) fließen in einem Komplettumbau des Grazer Standortes.

Nachfolger

Repnik war 13 Jahre Vorstand bei der Heimwerkerkette Baumax, deren Umsätze im Osten bereits den Österreich-Umsatz überflügelt haben. Deswegen sei er "der richtige Mann", um Koch in zweieinhalb Jahren an der Spitze des Unternehmens nachzufolgen. "Ich bin dann 64 Jahre, das ist die richtige Zeit, um in den Aufsichtsrat zu wechseln", sagt der Chef des im Besitz der Familien Koch und Leiner stehenden Gruppe.

Kochs Sohn Paul, derzeit für den Internetbereich zuständig, werde nach einem MBA-Studium und Praxis in anderen Unternehmen, voraussichtlich in einigen Jahren wieder zu Kika/Leiner zu- rückkehren, um schließlich "Herrn Repnik nachzufolgen, wenn dieser in Pension geht", so Koch zur familieninternen Planung. Anmerkung: Repnik ist 47 Jahre alt. Die Hereinnahme eines Partners sowie einen Börsegang schloss Koch am Freitag bei einer Pressekonferenz anlässlich des 30. Geburtstages der Kika-Märkte wieder aus.

Das Geschäftsjahr 2002/03 beendete die Kika/Leiner-Gruppe per 31. März mit 1,161 Mrd. Euro Umsatz, was einem Rückgang von 2,5 Prozent bedeute. (szem, DER STANDARD, Printausgabe 3.4.2003)

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