Hynix drohen saftige Strafzölle

2. April 2003, 14:20
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US-Handelsministerium bezichtigt südkoreanischen Chip-Hersteller unfairer Subventionen

Seoul/München/San Francisco Das US-Handelsministerium ist in einer vorläufigen Entscheidung zu dem Schluss gekommen, dass der südkoreanische Chip-Hersteller Hynix in seiner Heimat wettbewerbswidrige Subventionen erhalten und damit US-Konkurrenten Schäden zugefügt hat. Sollte diese Einschätzung bestätigt werden, müsste Hynix bei seinen US-Importen ab August Strafzölle in Höhe von 57 Prozent hinnehmen. Branchenkennern und US-Regierungsmitgliedern zufolge ist die endgültige Entscheidung zwar noch völlig offen, aber bereits jetzt muss die südkoreanische Firma eine Kaution hinterlegen, will sie ihre Produkte in den USA weiter verkaufen.

Beihilfen auch bei Samsung

Das US-Handelsministerium stellte auch beim Branchenprimus Samsung Beihilfen der südkoreanischen Regierung fest. Strafzölle gelten hier angesichts des äußerst geringen Umfangs der Subventionen aber als unwahrscheinlich.

Beschwerde

Auslöser des Verfahrens gegen Hynix war eine Beschwerde von Micron. Das US-Unternehmen, das als Branchenzweiter gilt, wirft dem südkoreanischen Rivalen vor, zwischen Jänner 2001 und Juli 2002 u.a. von staatlichen Banken Rettungspakete und Lohnsubventionen von 11,8 Mrd. Dollar (10,83 Mrd. Euro) erhalten zu haben.

Hynix weist die Vorwürfe als ungerechtfertigt zurück. Die Südkoreaner schreiben seit drei Jahren massive Verluste. Branchenkenner halten den Konzern unter marktwirtschaftlichen Bedingungen nicht für überlebensfähig.

Verfahren auch in Europa

In Europa hat der deutsche Halbleiterhersteller Infineon ähnlich wie Micron in den USA ebenfalls ein Wettbewerbsverfahren gegen Hynix bei der Europäischen Union (EU) angestrengt. Eine Entscheidung wird hier für den 25. April erwartet.

Erholung des Speichermarktes in Gefahr

Analysten äußerten die Befürchtung, US-Strafzölle könnten eine Erholung des Speicherchipmarkts außerhalb der USA weiter in die Ferne rücken lassen. Um die Zölle in den USA zu umgehen, werde Hynix womöglich seine DRAMs am so genannten Spot-Markt, wo die Preise unmittelbar auf Angebot und Nachfrage reagieren, verkaufen und damit die Überkapazitäten erhöhen. (APA/Reuters/vwd)

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