WWF lobt Renaturierung des Lechtals

2. April 2003, 19:30
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"Bahnbrechende Naturschutzmaßnahme"

Innsbruck - Eine "bahnbrechende Naturschutzmaßnahme" ist für den WWF die Entfernung der Geschiebesperre am Hornbach im Tiroler Lechtal (Bezirk Reutte). Dies erklärte die Umweltorganisation am Mittwoch. In einem gemeinsamen Projekt führen das Land Tirol, das Lebensministerium, die Wildbachverbauung und der WWF seit Juni 2001 zahlreiche Maßnahmen zur "Renaturierung" des Flusslebensraumes durch.

Für den WWF (World Wildlife Fund) ist dieses Projekt ein "Wichtiges Naturschutzsignal", die Entfernung der Hornbach-Geschiebesperre sei ein Höhepunkt dieser Arbeiten. Der Hornbach, Schwarzwasserbach und Streimbach seien die wichtigsten Schotterlieferanten für den Lech, erklärte Anton Vorauer vom WWF. Der Hauptfluss benötige ständig die Zufuhr dieses Geschiebes, damit die Flusssohle stabilisiert wird. In den fünfziger und sechziger Jahren wurden diese Geschiebesperren an den Seitenbächen gebaut, um den Schotter zurückzuhalten und die jährlichen Hochwässer schneller abrinnen zu lassen.

"Eine Folge des Geschieberückhaltes in Verbindung mit den Regulierungsmaßnahmen am Lech ist allerdings, dass die Flusssohle des Lech seit den siebziger Jahren bis zu rund drei Meter gesunken ist. Dadurch ist die Standsicherheit von Ufersicherungen und Brückenbauten gefährdet, auch das Grundwasser hat sich dramatisch abgesenkt. Viele Seitengewässer liegen heute bereits trocken", erklärt der Limnologe und Projektskoordinator des LIFE Projektes, Christian Moritz.(APA)

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