Dreistöckiges Gebäude soll ein 15 Meter hohes Minarett erhalten
Rom - In Genua gibt es heftige Proteste gegen den geplanten
Bau einer Moschee. Die in der Küstenstadt in Opposition befindliche
Rechtspartei Lega Nord plant eine Unterschriftensammlung gegen den
Beschluss von Bürgermeisterin Marta Vincenzi, ein kommunales Gebiet
für den Bau der Moschee mit einem 15 Meter hohen Minarett zur
Verfügung zu stellen.
Laut einem vergangene Woche gefassten Beschluss des Gemeinderates
wird die islamische Gemeinde 60 Jahre lang die auf einem 5.000
Quadratmeter großen Gelände geplante Moschee nutzen können. Sie wird
der Stadt Genua keine Mieter zahlen müssen, berichtete die
Tageszeitung "Corriere della Sera" am Mittwoch.
"Wie ein sowjetisches Politbüro"
Die islamische Gemeinde verpflichtet sich laut dem Abkommen mit
der Stadtverwaltung von Genua jegliche Form von Terrorismus, Gewalt,
religiöser und geschlechtlicher Diskriminierung zu verwerfen. Sie
verpflichtet sich hinzu, die italienische Verfassung zu respektieren.
Anhänger der Lega Nord planen eine Unterschriftensammlung gegen
die Moschee, die an der Peripherie der Stadt gebaut werden soll. Die
Mitte-Rechts-Partei "Volk der Freiheit" (PDL) des italienischen
Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi will nach Schweizer Vorbild ein
Referendum gegen den Bau der Moschee organisieren. "Wenn die
Schweizer über die Minarette abgestimmt haben, wollen wir auch unsere
Meinung über die Moschee in Genua sagen können", erklärte der
Mitte-Rechts-Politiker, Gianni Plinio.
"Genua ist wie ein sowjetisches Politbüro. Bei einer fast geheimen
vorweihnachtlichen Sitzung hat der Stadtrat den Bau der Moschee
genehmigt", protestierte der Mitte-Rechts-Politiker Sandro Biasotti.
Die Lega Nord verlangt ein Bauverbot für Moscheen in ganz Italien.
In den Moscheen werde allzu oft anti-westliche Propaganda betrieben.
Die Partei drängt außerdem auf ein unbefristetes Moratorium für den
Bau bereits genehmigter Moscheen und islamischer Einrichtungen in
Italien. (APA)