Wirtschaftskrise als Spaßverderber

30. Dezember 2009, 19:38
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Was soziale und finanzielle Absicherung betrifft, zeigt sich Österreich im kommenden Jahr nicht gerade von der spendablen Seite

Wie sozial wird Österreich im kommenden Jahr sein? Gerade in Krisenzeiten kommt dieser Frage besondere Bedeutung zu. Die finanzielle Unterstützung und Absicherung durch den Staat fällt eher moderat aus, gesellschaftlich gibt es dennoch Grund zum Feiern.

  • Homo-Partnerschaft: Homosexuelle Paare können bei den zuständigen Behörden ihre Beziehung eintragen lassen. Bis auf Wien dürfte der große Ansturm in den meisten Bundesländern zumindest im Jänner noch ausbleiben. In Wien haben sich bereits "einige hundert" homosexuelle Paare bei der zuständigen Magistratsabteilung 35 nach dem Prozedere und den Voraussetzungen einer eingetragenen Partnerschaft erkundigt, hieß es am Mittwoch.

Zwanzig Paare fix

Zwanzig Paare haben fix angekündigt, in den Hafen der Partnerschaft einlaufen zu wollen, wobei drei Paare mit dem 4. Jänner den erstmöglichen Termin für sich reserviert haben. Eines der drei Premierenpaare lebt mittlerweile schon seit 50 Jahren zusammen.

  • Sparefroh: Bei der Einlagensicherung für privates Spargut erweist sich der Staat als Sparefroh. Die Garantie wird krisenbedingt auf 100.000 Euro pro Sparer und Bank reduziert, bisher war sie unlimitiert. Die staatliche Prämie für das Bausparen sinkt ebenfalls und zwar von 4,0 auf 3,5 Prozent und bei der Zukunftsvorsorge von 9,5 auf 9,0 Prozent.
  • Mindestsicherung: Erst im September wird die bedarfsorientierte Mindestsicherung eingeführt. Sie bringt eine Vereinheitlichung der Sozialhilfe der Länder, basierend auf der Mindestpension werden zwölfmal pro Jahr 733 Euro netto für Einzelpersonen und 1099 Euro für Paare monatlich ausgezahlt.
  • Gehälter: Auch die Gehaltserhöhungen fallen angesichts der Wirtschaftskrise eher bescheiden aus. Die Metaller haben schon mit 1. November 1,5 Prozent bekommen, das Gleiche erhalten die Handelsangestellten ab 1. Jänner. Die Gehälter der Beamten werden um 0,9 Prozent angehoben, zusätzlich gibt es für alle vier Euro monatlich mehr. Pensionen bis zu einem Wert von 2466 Euro monatlich werden um 1,5 Prozent angehoben. Darüber gibt es einen Fixbetrag von 36,99 Euro monatlich. Für niedrige Pensionen bis 1300 Euro wird es eine Einmalzahlung geben.
  • Gesundheit: Rund vier Millionen Österreicher erhalten im Laufes des nächsten Jahres eine neue E-Card - nämlich alle Personen, die vor fünf Jahren unselbstständig erwerbstätig waren und seither keine neue Karte bekommen haben.

Blindenschrift

Die neuen E-Cards werden ein Zeichen in Blindenschrift haben und damit auch für Sehbehinderte von anderen Karten leicht zu unterscheiden sein. Um Missbrauch zu verhindern, kann im Spital und beim Arzt eine Überprüfung der Identität mittels Ausweiskontrolle erfolgen. Um zehn Cent teurer wird die Rezeptgebühr, sie kostet ab 1. Jänner fünf Euro. (Michael Simoner, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 31.12.2009)

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