Kein Geld für Kirchenbauten

30. Dezember 2009, 18:48
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Erzdiözese Salzburg braucht Hilfe für Sanierungen

Salzburg - Der Erzdiözese Salzburg geht für die dringend erforderliche Sanierung von mehreren Kirchenbauten langsam das Geld aus. Für rund 200 aktuell anstehende größere und kleinere Bau- und Sanierungsvorhaben stünden jährlich nur etwa sechs Millionen Euro zur Verfügung, so der Sprecher der Erzdiözese Wolfgang Kumpfmüller im Standard-Gespräch.

Brennpunkt der Sanierungsproblematik ist die Stadtpfarrkirche St. Andrä im gleichnamigen Stadtviertel gegenüber des Schloss Mirabell. Die Gesamtkosten für Dach und Fassaden werden auf zumindest 700.000 Euro geschätzt, heißt es von Seiten der Diözese. Bei dem von Stadtbaumeister Jakob Ceconi Ende des 19. Jahrhunderts im neugotischen Stil entworfenen und 1969 nach Entwürfen von Clemens Holzmeister umgebauten Gotteshaus werden seit zwei Jahrzehnten die Löcher im Dach immer wieder nur notdürftig geflickt.

Um den Sakralbau zu retten, wurde in den vergangenen Monaten zwar die Nordseite des Daches um 200.000 Euro neu gedeckt, für die Südseite fehlt aber das Geld, so Kumpfmüller. Die Sanierung der Andräkirche, die über 1000 Sitzplätze verfügt, gilt auch deshalb als vordringlich, weil sie als Sitz der kroatischen Gemeinde in Salzburg die meistfrequentierte Kirche des Landes ist. Jeden Sonntag kommen bis zu 2000 Gläubige zum Gottesdienst.

Problemfall Nummer zwei ist die Kirche St. Markus am Ursulinenplatz an der Nordseite des historischen Altstadtkerns. Das von den Salzburgern schlicht Ursulinenkirche genannte Gotteshaus ist ein Barockjuwel. Baumeister des 1705 fertigstellten Baus war Johann Fischer von Erlach. Heute müssen dringend Bau- und Setzungsschäden an Fassade und Dach repariert werden. Für die Restaurierung der Heimatkirche der ukrainisch-griechisch-katholischen Gemeinde in Salzburg werden rund 500.000 Euro veranschlagt.

Während die Pfarren selbst auch durch Spenden ihren Beitrag leisten - bei der Andräkirche immerhin 230.000 Euro -, ziehe sich die öffentliche Hand von den Renovierungsprojekten immer weiter zurück, beklagt man bei der Erzdiözese. Im Fall der Ursulinenkirche hätten Bundesdenkmalamt, Land und Stadt gerade einmal 160.000 Euro lockergemacht. Im Fall der Andräkirche habe es auf das Förderansuchen bei Stadt und Land "noch keine Reaktion" gegeben, so Kumpfmüller. (Thomas Neuhold, DER STANDARD Printausgabe, 31.12.09/01.01.10)

 

  • Dachdecken an der Nordseite der Salzburger Andräkirche. Für mehr fehlt Diözesenfinanzer Josef Lidicky (li.) aber das Geld.
    foto: erzdiözese salzburg

    Dachdecken an der Nordseite der Salzburger Andräkirche. Für mehr fehlt Diözesenfinanzer Josef Lidicky (li.) aber das Geld.

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