Prosecco geht an Italien

30. Dezember 2009, 17:34
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Geografische Herkunftsbezeichnung seit dem Jahreswechsel: Der Prosecco kommt nur noch aus Treviso, in Österreich kommt der Secco

Wien - Ähnlich wie bei der "Wachauer Marille" oder dem "Marchfeldspargel" unterliegt die Bezeichnung Prosecco ab Jahreswechsel einer geografischen Herkunftsbezeichnung. Nur mehr der perlende Weißwein aus der hügeligen Gegend um Treviso darf sich mit der Bezeichnung Prosecco schmücken.

Österreichs Schaumweinhersteller, die in den letzten Jahren gar nicht selten auf die Bezeichnung Prosecco gesetzt haben, mussten deshalb in den letzten Monaten umstellen. Die meisten streichen einfach das "Pro" aus dem Prosecco und sind guter Dinge, dass dies den gut laufenden Verkäufen keinen Abbruch tun wird. 22 Millionen Flaschen Schaumwein werden in Österreich im Jahr gekippt - der Prosecco/Secco wird aus dieser Statistik nicht extra herausgerechnet, hat aber, wie Benedikt Zacherl von Schlumberger betont, in den letzten Jahren kräftig zugelegt.

Wehmütig ist Günther Aloys, der Ischgler Hotelier, der "Rich Prosecco" erfand, in Dosen abfüllte und vom Party-Girl Paris Hilton bewerben lässt. Er habe Prosecco über Hilton in der Welt bekanntgemacht, meint er. "Das sollten die Italiener eigentlich wertschätzen."

Trotzdem verabschiedet auch er sich vom Pro, jedenfalls auf den Dosen. Die volle Bezeichnung Rich Prosecco soll es bei Flaschen geben, die er mit Wein aus Treviso füllen will. Die Rich AG, in der diese Aktivitäten gebündelt sind, soll an die Frankfurter Börse gehen. Weitermachen will der Hotelier auch mit Hilton als Werbeikone, für die der Verwaltungsgerichtshof ein sogenanntes "Paris-Hilton-Urteil" gefällt hat. Demnach haften österreichische Unternehmen für die Steuerschuld, die auf Honorare an Werbeträger anfällt. (ruz, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 31.12.2009)

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    Paris Hilton wirbt weiter für die vom Ischgler Hotelier Günther Aloys kreierten Dosen.

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