Überparteiliche Gruppierung stellt sich den Bürgern bei Veranstaltung vor - Volksbefragung und Stopp des Projekts als Ziele
Eisenstadt - Während in der Diskussion rund um das geplante Asyl-Erstaufnahmezentrum in Eberau bisher vor allem parteipolitisch die Wellen hochgingen, formiert sich unter den Gemeindebürgern selbst Widerstand gegen das Projekt. Eine überparteiliche Bürgerinitiative hat für heute, Mittwochabend, die Bewohner des südburgenländischen Ortes zu einem Treffen eingeladen. Dabei will man über die weitere Vorgangsweise beraten.
"Wir werden über unsere Situation reden, wie es einem jeden geht, und wir werden versuchen, zu schauen, was wir in weiterer Folge unternehmen können, um dieses Projekt zu verhindern", so ein Mitglied der Bürgerinitiative. Die Eberauer Bürger seien persönlich durch Mitarbeiter der Initiative eingeladen worden.
Mehrheit der Anrainer dagegen
Zusätzlich gebe es auch eine Unterschriftenliste, auf der man sich eintragen könne. Die Menschen, die man in ihren Häusern angetroffen habe, hätten sich "zu 90 Prozent gegen das Erstaufnahmezentrum ausgesprochen." Die Bürgerinitiative will nun erwirken, dass es in Eberau zu einer Volksbefragung kommt. Man hoffe auch, dass die Innenministerin das Ergebnis zur Kenntnis nehme und - wenn die Befragung für das Projekt negativ ausgehe - davon Abstand nehme, das Aufnahmezentrum in Eberau zu errichten.
Bei der Bürgerinitiative machen derzeit nach deren Angaben rund 30 Bürger aus Eberau und den Ortsteilen Gaas, Kroatisch Ehrensdorf, Kulm und Winten mit. Kritik gibt es an der Darstellung von Eberau in der bisherigen Diskussion mit einer Einwohnerzahl von knapp 1.000. Dies sei allerdings die Gesamtbevölkerung. Die vom Erstaufnahmezentrum direkt betroffenen Ortsteile Eberau und Kulm hätten jedoch insgesamt nur rund 500 Einwohner. Geplant sei die Unterbringung von 300 Asylwerbern: "Unser ganzes Leben wird dadurch verändert. Das ist das, was wir in der Form nicht möchten", heißt es von der Bürgerinitiative.
Ein statistischer Vergleich soll auf die Situation hinweisen, mit der man bei einer Umsetzung der Pläne in Eberau konfrontiert sei. In Traiskirchen kämen auf rund 17.000 Einwohner 800 Asylwerber, das wären 4,7 Prozent. Im oberösterreichischen Thalham liege der verhältnismäßige Anteil bei etwa 3,3 Prozent. In Eberau und Kulm würde der Anteil rund 60 Prozent ausmachen. "Das ist eine starke Diskrepanz. Aus den Zahlen geht hervor, wie hoch die Belastung für jeden einzelnen sein würde."
Die von den Bürgern gewünschte Volksbefragung dürfte morgen, Donnerstag, in einer Gemeinderatssitzung auf Schiene gebracht werden: Stimmt der Gemeinderat einem Antrag auf Abhaltung einer Befragung zu, dann sei noch eine weitere Sitzung - womöglich am 8. Jänner - erforderlich, um die Volksbefragung durchführen zu können, so ÖVP-Bürgermeister Walter Strobl. (APA)