RLB OÖ fühlt sich gut gepolstert

30. Dezember 2009, 14:18
7 Postings

Die Raiffeisenlandesbank hat ihr Betriebsergebnis heuer um 14,1 Prozent gesteigert, die Risiko­vorsorge musste nicht erhöht werden

Linz - Die Raiffeisenlandesbank (RLB) Oberösterreich hat ihr Betriebsergebnis heuer voraussichtlich um 14,1 Prozent auf 230,1 Mio. Euro gesteigert. Das berichtete Generaldirektor Ludwig Scharinger in einer Pressekonferenz am Mittwoch in Linz zur vorläufigen Bilanz. Für das kommende Jahr nannte er als Planungsziffer 242 Mio. - das wäre eine geringere Steigerung als heuer.

Die Bilanzsumme der RLB soll heuer 29,4 Mrd. Euro erreichen und somit um 8,1 Prozent wachsen. Das Mittelaufkommen - Ersteinlagen und eigene Emissionen - hat um 15,7 Prozent auf 13,6 Mrd. Euro zugenommen, die Finanzierungsleistung um 5,6 Prozent auf 16,6 Mrd. Euro. Die Cost/Income-Ratio ist erneut - um 2,2 Prozentpunkte - auf nunmehr 43,6 Prozent gesunken.

Bei der Raiffeisenbankengruppe, die aus der RLB, 99 Raiffeisenbanken und der Privat Bank AG der RLB besteht, erreichte die Bilanzsumme 47,2 Mrd. Euro (plus 7,5 Prozent), das Betriebsergebnis 360 Mio. (plus 8,8 Prozent), das Mittelaufkommen 27,3 Mrd. (plus 10,1 Prozent) und die Finanzierungsleistung 26,2 Mrd. Euro (plus 4,5 Prozent). Die Zahl der Raiffeisenkunden ist um 48.717 auf aktuell 922.873 gestiegen. Die Risikovorsorgen seien laut Scharinger nicht höher als 2008 gewesen, weil das Risikomanagement der Bank optimal sei.

Arbeitsplatzsicherung

Derzeit würden 14 Firmen durchgetragen und damit über 5.000 Arbeitsplätze gesichert, es könnten 2010 mehr werden, vermutet Scharinger. Dazu müsse aber das Vertrauen in deren Management bestehen, es müsse aktuelle Zahlen geben und für die Produkte oder Dienstleistungen müsse der Markt vorhanden sein. Es werde 2010 keinen breit angelegten Konjunkturaufschwung geben. Er fürchte, dass die schwächsten 5 bis 7 Prozent der mittelständischen Unternehmen in jeder Branche es schwer haben werden oder es möglicherweise nicht schaffen.

Bei den Investitionsfinanzierungen, die ein Plus von 9,9 Prozent verzeichneten, wäre noch mehr drinnen gewesen, wenn die investierenden Kunden noch schnellere behördliche Genehmigungen bekommen hätten. Diese wären das wichtigste Konjunkturprogramm und besser als eine Steuererhöhung. Die wäre nur schlecht für den Standort Österreich, stellte Scharinger fest. Bei einer Investition würden ohnehin sofort 20 Prozent Umsatzsteuer anfallen.

Keine Kreditbremse

Bei Raiffeisen gebe es keine Kreditbremse, man habe sich rechtzeitig einen hohen Liquiditätsspielraum gesichert, für 2010 stünden 3,3 Mrd. Euro bereit. Auch im kommenden Jahr bleibe die Offensive für Revitalisierung und thermische Sanierungen unter anderem ein Thema. Das habe in Zusammenarbeit mit dem Gewerbe und dem Handwerk 2009 ein Sonderkonjunkturprogramm mit einem Volumen von 422 Mio. Euro für kleine und mittelständische Betriebe bewirkt. Private-Public-Partnership-Modelle - derzeit habe die RLB 450 derartige Projekte, darunter die Nordumfahrung des Flughafens München, laufen - würden weiterhin angeboten. Auch Exporte der Kunden nach Osteuropa würden ein Schwerpunkt bleiben. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Derzeit werden 14 Firmen durchgetragen und damit über 5.000 Arbeitsplätze gesichert, es könnten 2010 mehr werden.

Share if you care.