Russische Weltraumbehörde spricht von Mission zu Apophis

30. Dezember 2009, 14:17
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Asteroid wird die Erde im Jahr 2029 in sehr geringem Abstand passieren - Einschlagsängste wurden inzwischen entkräftet

Moskau -  Seinen Namen hat "(99942) Apophis" vom finsteren Gegenspieler des ägyptischen Sonnengottes Ra - nicht ohne Grund: Als der etwa 270 Meter durchmessende Asteroid 2004 entdeckt wurde, berechneten Wissenschafter eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass er im Jahr 2029 auf der Erde einschlagen könnte. Massive regionale Verwüstungen wären die Folge. Ausmaß und Form vorherzusagen hing von zu vielen unbekannten Faktoren wie der Zusammensetzung des Asteroiden und seinem hypothetischen Einschlagwinkel ab - dennoch beschwor Apophis einen kurzfristigen Untergangshype herauf.

Exaktere Berechnungen in der Folgezeit kamen zu dem Ergebnis, dass Apophis die Erde am 13. April 2029 in einer Entfernung von etwa 30.000 Kilometern passieren dürfte - weniger als einem Zehntel des Abstands zwischen Erde und Mond. Andere Berechnungen kamen auf eine noch geringere Distanz - ein Einschlag wird heute aber weitestgehend ausgeschlossen. Dennoch wird es der engste Vorbeiflug eines Objekts dieser Größe sein, der bis dahin gemessen wurde, Apophis' Passage wird Angaben von Astronomen zufolge 2029 mit freiem Auge zu sehen sein.

Ansage

So bleibt der Asteroid ein lohnendes (und medienwirksames) Objekt der astronomischen Forschung. Die um spektakuläre Ankündigungen selten verlegene russische Weltraumbehörde Rokosmos erwägt eigenen Angaben zufolge gar eine Mission zu Apophis. Das Projekt werde in Kürze "geprüft", sagte der Leiter der Weltraumbehörde Anatoli Perminow am Mittwoch in dem Moskauer Radiosender Golos Rossiji. Ziel der Mission sei, den Asteroiden im Fall des Falles von einem Kollisionskurs mit der Erde abzubringen.

Perminow nannte - wenig überraschend - keine Details zu der möglichen Mission, fügte aber hinzu:"Berechnungen zeigen, dass man mit einem speziellen Raumschiff das Objekt von einem gefährlichen Kurs abbringen könnte." Es gehe nicht um die Zerstörung von Apophis mit einem Atomsprengkopf, sondern eher darum, den Asteroiden zu rammen. "Zur Verhinderung einer Katastrophe wird bald ein Treffen von Wissenschaftern aus Russland, Europa, China und den USA stattfinden", erklärte Perminow, ungeachtet der längst gegebenen Entwarnung. (red/APA)

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