Chefs in Bundesfirmen verdienen 3,5-Faches der Mitarbeiter

30. Dezember 2009, 12:38
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Größte Unterschiede im Bereich Filmwirtschaft, Nachrichtenwesen und ÖBB

Wien - Die Einkommensdifferenz zwischen Vorstand und Beschäftigten fällt in den Unternehmen mit Bundesbeteiligung höchst unterschiedlich aus. Die Bandbreite reicht von fast sechsmal so viel bis zum Doppelten. Im Durchschnitt liegt die Gage von Vorständen und Geschäftsführern rund beim Dreieinhalbfachen der durchschnittlichen Einkommen der Beschäftigten, geht aus dem jüngsten Rechnungshofbericht über Einkommen der öffentlichen Wirtschaft des Bundes hervor. Die Einkommen der Beschäftigten sind im Zeitraum 2005 bis 2008 um durchschnittlich 13 Prozent gestiegen, die Gagen der Vorstände und Geschäftsführer um 6 Prozent. Unternehmens-Chef verdienten 2008 durchschnittlich 152.800 Euro, die Beschäftigten 43.500 Euro.

Am höchsten sind die Unterschiede im Bereich Filmwirtschaft und Nachrichtenwesen (einbezogen ist unter anderem die Post): Vorstände verdienten hier das 5,7-Fache der Beschäftigten (durchschnittliches Jahreseinkommen von 39.200 Euro). Am geringsten ist die Kluft im Geld- und Kreditwesen (u.a. Österreichische Nationalbank): hier ist die Gage der Führungsspitze gerade einmal rund doppelt so hoch wie das Durchschnittsgehalt von 77.600 Euro im Jahr.

Relativ groß der Unterschied auch bei den ÖBB: Ein durchschnittliches Vorstands- bzw. Geschäftsführergehalt war in der ÖBB-Unternehmensgruppe rund 4,9 mal so hoch wie das durchschnittliche Jahreseinkommen (43.900 Euro) der knapp 40.000 Beschäftigten. Die ÖBB-Spitze steigerte zudem das Einkommen im Zeitraum 2005 bis 2008 um durchschnittlich 30 Prozent, während die Beschäftigten um 21 Prozent mehr verdienten.

Verkehrswirtschaft

Das Verhältnis zwischen den Einkommen der Vorstände/Geschäftsführer und jenen aller Beschäftigten war auch in folgenden ausgewählten Bereichen relativ hoch: Luftverkehr mit - um Sondereffekte bereinigten - 450 Prozent (durchschnittliches Beschäftigten-Einkommen: 52.900 Euro) sowie Sonstige Unternehmen der Verkehrswirtschaft (wie etwa die Brenner Basistunnel BBT SE oder die Schieneninfrastruktur Dienstleistungsgesellschaft mbH) mit 413 Prozent der Beschäftigten-Einkommen. Leicht über dem Durchschnitt liegt unter anderem auch die Elektrizitäts- und Wärmewirtschaft mit 365 Prozent (durchschnittliches Beschäftigten-Einkommen: 61.800 Euro).

Deutlich höhere Einkommenszuwächse verzeichneten in den Jahren 2005 bis 2008 weiters die Vorstände in der Gruppe Straßenverkehr (darunter Asfinag) mit einem Plus von 21 Prozent, verglichen mit +7 Prozent bei den Beschäftigten. Anders im Luftverkehr: Hier verdienten die Beschäftigten um 18 Prozent mehr, die Vorstände um 10 Prozent.

Im Rechnungshofbericht für die Einkommen 2008 wurden insgesamt 392 Unternehmen mit 592 Vorstandsmitgliedern bzw. Geschäftsführern, 1.202 Aufsichtsräten und 180.555 Mitarbeitern berücksichtigt. Die Durchschnittseinkommen setzen sich zusammen aus dem Jahresbruttoeinkommen einschließlich Erfolgsprämien und den freiwilligen Sozialleistungen. (APA)

 

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