Chinesische Brettl, a gführiger Schnee

30. Dezember 2009, 12:31
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Deutsche Skifahrer wedeln immer häufiger auf chinesischen Brettern über die Pisten.

Wien - Nahezu jeder zweite Importski kommt bei den deutschen Nachbarn laut Statistischem Bundesamt aus dem Reich der Mitte. In den ersten neun Monaten des Jahres kam von 295.000 Paar importierten Ski mit 144.000 Paar fast die Hälfte aus China. Nur 43.000 Paar Ski "Made in Austria" wurden in Deutschland importiert.

In Österreich ist der Trend zu Importen aus China bei Ski noch nicht so stark ausgeprägt, aber bei Snowboards schon deutlich spürbarer. Im Jahr 2008 wurden in Österreich 8.021 Paar Ski und knapp 32.000 Snowboards aus China importiert, so die Statistik Austria. Im Jahr 2007 waren 9.642 Paar Ski und 22.364 Snowboards von dort eingeführt worden. In den ersten neun Monaten des Jahres 2009 gab es mit 6.242 Paar Ski und nur 11.348 Snowboards einen rückläufigen Trend.

Mit Importen aus China wird vor allem das Billigsegment bedient, denn ein Paar Ski aus China hatte laut Statistischem Bundesamt einen durchschnittlichen Wert von 52 Euro gegenüber knapp 140 Euro bei der österreichischen Ware.

Verlagerung der Produktion

Die Verlagerung der Ski-Produktion in Billiglohnländern verdeutlicht einen Strukturwandel, wie in andere Branchen schon durchlaufen haben. Skihersteller wie K2, Black Diamond und Völkl produzieren bereits in China.

Österreichische Hersteller wie Fischer und Blizzard produzieren zum Teil in der Ukraine. Atomic und Salomon haben ein Werk in Bulgarien, und Head hat seine Ski-Produktion fast vollständig von Österreich nach Tschechien verlagert. Die Strategie der österreichischen Hersteller ist nur mehr die technologisch hochwertigsten Ski in Österreich zu produzieren.

Bei Völkl sollte die Produktion im Jahr 2005 von Deutschland nach China verlagert werden. Nach Zugeständnissen der Mitarbeiter wurde die Verlagerung aber gestoppt.(APA)

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