Kofler lachender Dritter

30. Dezember 2009, 12:39
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Tiroler stellte die Tournee-Favoriten Ammann und Schlierenzauer in den Schatten - Kofler nach Oberstdorf-Sieg: "Möglich ist wirklich alles"

Oberstdorf - Rückblende zur Vierschanzen-Tournee 2008/09: Wolfgang Loitzl schafft im Schatten der großen Favoriten Simon Ammann und Gregor Schlierenzauer den Durchbruch, gewinnt ab Garmisch-Partenkirchen alle drei Springen und die Tournee. Durchaus möglich, dass es auch bei der 58. Auflage des Traditionsturniers auf vier Schanzen wieder einen Überraschungssieger gibt. Und mit Andreas Kofler ist es erneut ein Österreicher, der sämtliche Prognosen über den Haufen werfen könnte.

Der Olympia-Silbermedaillengewinner von der Großschanze und Mannschafts-Olympiasieger 2006 hat sich nach zwei mageren Jahren wieder völlig erfangen. Cheftrainer Alex Pointner hatte Kofler schon vor der Tournee als einen von vier Sieg-Springern bezeichnet, damals hatte das vielleicht noch nicht jeder geglaubt. Doch Kofler hat sämtliche Zweifler eines Besseren belehrt.

Fast vier Jahre nach seinem ersten Weltcupsieg in Willingen schlug er wieder auf deutschem Boden zu und gewann den Tournee-Auftakt in Oberstdorf vor Janne Ahonen und seinen Landsleuten Thomas Morgenstern und Wolfgang Loitzl. Auch wenn man nach nur einer Schanze freilich noch nicht wirklich von der Endwertung am 6. Jänner in Bischofshofen reden kann, die Parallele zum Vorjahr drängt sich dennoch auf. Kann Andreas Kofler es Loitzl gleichtun und als "lachender Dritter" den Favoriten den Sieg wegschnappen?

Konstanz

"Natürlich kann's passieren, möglich ist wirklich alles", bestreitet dies Kofler, der auf Ahonen 11,9 Punkte, auf Morgenstern und Loitzl 14,9 bzw. 19,8 Zähler Vorsprung aufweist, gar nicht. Den Favoriten Ammann, am Dienstag in Oberstdorf Fünfter, und dem an einer Magenverstimmung leidenden Schlierenzauer (9.) fehlen schon 28,6 bzw. 36,4 Punkte auf Kofler. Das kann man auf drei Schanzen schon einholen, allerdings war Kofler in Oberstdorf alles andere als eine "Eintagesfliege". Nach nun sieben Weltcupbewerben ist er zwar "nur" Dritter, doch mit den Rängen 7-6-6-4-3-4-1 zeigte er auch ungeheure Konstanz - und das ist gerade bei einer Gesamtwertung von acht Sprüngen natürlich sehr gefragt.

"Das Wichtigste ist, dass ich bei mir bleibe, dass ich bei meinem Gefühl und in meinem flow-Zustand bleibe und mich nicht aus der Bahn bringen lasse", weiß der 25-jährige Tiroler. "Ich genieße es - habe heuer erstmals die Möglichkeit richtig frei zu springen und die Freiheit zu genießen."

Geheimrezept

Die nach Bischofshofen 2009 auch von Cheftrainer Pointner initiierte Rückkehr Koflers in den Stützpunkt Innsbruck zu seinem "alten" Vereinstrainer Markus Maurberger hat sich als goldrichtig herausgestellt. "Die Kombination zwischen ihm und dem Pointner Alex funktioniert hervorragend. Wir ziehen alle am gleichen Strang. Es ist ein bisserl das Geheimrezept für heuer", verrät Kofler. Außerhalb der Trainingskurse hat er nur mit Maurberger trainiert. "Es war eine lässige Mischung, da habe ich von allen Seiten sehr viel positive Sachen rausziehen können."

Im Zuge eines Reifungsprozesses hat er sich in Telfes auch eine eigene 85m2-Wohnung zugelegt. Eine ihn privat unterstützende Maßnahme auf dem Weg zu mehr Selbstverantwortung in allen Bereichen. Kofler musste mit seinem Training wieder ziemlich von vorne beginnen, ein in rund 1.000 Sprüngen manifestierter Fehler fühlt sich eben nicht mehr falsch an, muss mühsam herausgearbeitet werden. "Wir haben sehr am Fundament gearbeitet. Es ist aber noch nicht das Ende der Fahnenstange. Das ist das Wichtigste: Zu wissen, dass man noch zulegen kann und noch was drinnen ist." Sagt der Sieger von Oberstdorf.

Auch der nächste Tournee-Schauplatz "taugt" Kofler. "Ich gehe heuer in einer anderen Position rein als damals. Ich freue mich brutal drauf, eine total schöne Schanze - und sie ist nicht weit weg von daheim. Es geht immer weiter zu mir heim nach Innsbruck", sagt er mit breitem Grinsen. Dort steht die Bergisel-Schanze, wo er am 3. Jänner gerne als weiterhin Tournee-Führender vom Bakken gehen würde. (APA)

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    Nicht jeder hatte Andreas Kofler auf der Rechnung.

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