Wasser oder Wein? Das ist hier die Frage

1. Jänner 2010, 16:44
  • Artikelbild
    foto: österreich werbung / wiesenhofer

    Weingärten haben im Winter ihren ganz besonderen Reiz.

  • Artikelbild
    vergrößern 500x364
    grafik: der standard

Eine Runde im und knapp über dem Wiener Becken, die selbst Kenner angesichts der Menge an Wegweisern verwirren könnte

Der Wienerwald und seine Randzonen sind wohl das für Wanderer am besten erschlossene Gebiet Österreichs, wenn nicht Mitteleuropas. In den vergangenen Jahren aber haben es die Fremdenverkehrsexperten besonders toll getrieben und Dutzende von neuen Routen beschildert, so dass sich selbst Kenner vor lauter Wegweisern kaum mehr zurechtfinden.

Allein beim Bahnhof Pfaffstätten beginnen ein Neuburger-, ein Einöd-, ein Rotgipfler-, ein Zierfandler-, ein Föhren-, ein BlauerPortugieser-Weg, zu denen noch ein Les'Hanl-Erlebnispfad kommt. Les'Hanl? Damit ist die Gottesanbeterin gemeint, die in den sonnigen Rieden sehr häufig anzutreffen ist.

Manchmal überlagern sich die Routen. Der Zierfandlerweg ist teilweise identisch mit dem Wasserleitungsweg, der auf der Trasse der Ersten Wiener Hochquellenwasserleitung verläuft. Der Wanderer kann es sich aussuchen, ob er die alkoholische oder die abstinente Version bevorzugt.

Der reizvollen Landschaft tut dies natürlich keinen Abbruch, auf einer gemütlichen Runde unter Einbeziehung des Beethoven- und des Wasserleitungsweges lässt es sich wunderbar zwischen Rieden und Wald, zwischen Wasser und Wein schweifen und an den vielen Aussichtspunkten verharren, um die Sicht über das mittlere Wiener Becken bis hin zum Leitha- und Rosaliengebirge und zu den Erhöhungen rund um den Anninger zu genießen. Und wenn man mit der Bahn anreist - was bei den günstigen Verkehrsverbindungen nur empfohlen werden kann - ist auch gegen das eine oder andere Vierterl nichts einzuwenden.

Orientierungsprobleme sind nicht zu befürchten, da man sich auf altbekannte Routen beschränkt, die auch in den Karten eingezeichnet sind. Notfalls lässt sich auch eine Hälfte der Runde mit dem Zug absolvieren.

Die Route: Von der Westseite des Bahnhofs Pfaffstätten geht es zur Weinstraße in Richtung Gumpoldskirchen, sehr bald zweigt man nach links in die Weingärten ab und folgt dem Einödweg - blau markiert - zur Höhe. Etwa eine halbe Stunde braucht man bis zum Waldrand, wo man kurz darauf den rot markierten Beethovenweg - Nummer 40 und 404 - erreicht, auf den man nach rechts einschwenkt. Leicht gewellt geht es dahin, nach Passieren der Veiglhütte wählt man einen der vielen Abstiege zum Weinort Gumpoldskirchen. Gehzeit ab Erreichen des Beethovenwegs: 1¾ Stunden.

Für die Rückkehr eignet sich am besten der Wasserleitungsweg, der unweit der Kirche beginnt. Die Route verläuft in großen Bögen durch die Weingärten, denn sie folgt fast der Höhenschichtlinie. Man stößt auf die Informationstafeln des Le'Handl-Erlebnispfads, erreicht schließlich den Einödweg, auf dem man nach links wieder zum Bahnhof Pfaffstätten gelangt. Gehzeit ab Gumpoldskirchen: 1½ bis 1¾ Stunden. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/02.01.2010)

Gesamtgehzeit 3¾ bis vier Stunden, Höhendifferenz rund 100 Meter. Veigl-Hütte (Samstag ab 14 Uhr, Sonntag ab 11 Uhr offen), Gaststätten und Heurige in Gumpoldskirchen. ÖK25V Blatt 5325-Ost (Baden), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt WienerwaldAtlas, Maßstab 1:50.000.

= 8-b......
00
die veiglhutte passiert man nicht.

an der bleibt man haengen. ganz ganz fein!

Te Ata
00
Höllische Markierungen

JA!!! Diese unübersichtliche Multiplizierung dutzender fremdenverkehredingter Markierungen erschlägt einen als Wanderer und führt immer öfter nur mehr in die Irre.

Jedenfalls in größeren Teilen von NÖ.

Ich trauere den Zeiten nach, als es in Wandergebieten nur EINE blaue oder rote oder gelbe Markierung gab und nicht die Route 45, auch 468 genannt, die auch noch Teil des Reblauswegs und des Uhudlerwegs und des Faschingskrapfenwegs und des Mariazeller Pilgerpfads und des Jakobswegs und des Burgenwegs und des Europäischen Weitwanderwegs Nr X und und und ist.

Wär einmal einen eigenen Beitrag wert, vielleicht ändert sich dann endlich etwas!!!

Axel Melhardt
00
Übersichtsplan

Schade, daß wieder einmal die Weg-Skizze fehlt. Oder wird die immer erst nach ein paar Tagen nachgeliefert?
Vor allen Dingen aber: herzlichen Dank für viele Wanderideen - die machen schon im Winter "Lange Füße" auf den Frühling - Axel Melhardt

Kuckenmucken
00

Danke für diesen interessanten Artikel und Wandervorschlag.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.