Nur in Wien stürmen Homosexuelle die Ämter

30. Dezember 2009, 10:42
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    foto: standard/urban

    Verliebt, verlobt, verheiratet: Zumindest in Wien wollen Homosexuelle zuhauf heiraten.

Im Rest der Republik verzeichnen Behörden nur wenig Interesse an eingetragenen Partnerschaften für Lesben und Schwule

Wien - Ab dem kommenden Jahr können homosexuelle Paare bei den zuständigen Behörden ihre Beziehung eintragen lassen. Bis auf Wien dürfte der große Ansturm in den meisten Bundesländern aber ausbleiben. Gerüstet sind die Ämter dennoch.
In Wien haben sich bereits "einige Hundert" homosexuelle Paare bei der zuständigen Magistratsabteilung 35 nach dem Prozedere und den Voraussetzungen einer Eingetragenen Partnerschaft erkundigt, berichtete MA-35-Chefin Beatrix Hornschall. Davon hätten bereits 20 fix angekündigt, in den Hafen der Partnerschaft einlaufen zu wollen, wobei drei Paare mit dem 4. Jänner den erstmöglichen Termin für sich reserviert haben. Eines der drei Premierenpaare lebt mittlerweile schon seit 50 Jahren zusammen.

Insgesamt erwartet man in der MA 35 im ersten Jahr bis zu 450 partnerschaftswillige Paare. Wenn der "Nachholbedarf" abgearbeitet ist, dürften es danach durchschnittlich 300 jährlich sein.

NÖ gerüstet

In Niederösterreich sind für die Vornahme Eingetragener Partnerschaften die Bezirksverwaltungsbehörden zuständig, in den Statutarstädten ist es der Magistrat. Beim Magistrat der Landeshauptstadt St. Pölten ist man für das Inkrafttreten des Nationalratsbeschlusses, mit dem insgesamt 78 Gesetzesänderungen verbunden seien, gerüstet: Die Mitarbeiter seien mit der Materie bereits vertraut und besuchen die diesbezüglich vom Amt der NÖ Landesregierung angebotenen Schulungen. Anfragen habe es schon gegeben, nähere Angaben zu tatsächlichen Terminen wolle man im Hinblick auf den - besonders in Personenstandsangelegenheiten sehr strengen - Datenschutz nicht machen. "Wahrscheinlich wird es in den ersten Monaten einen erhöhten Andrang geben", schätzte man die Situation ein.

Im Hinblick auf den Datenschutz wurden auch vom Magistrat Wiener Neustadt keine Zahlen genannt. Nur so viel: "Es gibt bereits Anmeldungen." Eine beliebte Hochzeitslocation ist Schloss Gloggnitz im südlichen Niederösterreich: Dort lagen bis dato aber noch keine Anmeldungen für eine Tafel vor, hieß es auf Anfrage.

In Oberösterreich ist das Interesse vorerst gering. Der Magistrat Linz berichtete, dass es bisher insgesamt vier unverbindliche Anfragen, aber noch keine konkreten Anmeldungen gegeben habe. Sollte es zu einer Eintragung kommen, könne das in feierlichem Rahmen erfolgen. Den Paaren werde dazu der neu gestaltete Trauungssaal im Neuen Rathaus zur Verfügung gestellt. Genauso wie für Hochzeitspaare gebe es obendrein die Aktion "Wunschort". Das bedeutet, dass die Partnerschaft nach Belieben auch außerhalb des Trauungssaales eingetragen werden kann. Der Ort muss nur dem Anlass entsprechen. Gern gewählt wird in Linz der Botanische Garten.

Im schönen Gmunden wenig los

Bei der Bezirkshauptmannschaft Gmunden hat noch niemand wegen einer eingetragenen Partnerschaft angefragt. Sollte es dazu kommen, seien laut Bezirkshauptmann Alois Lanz im Gebäude verschiedene "passable" größere Räume vorhanden, die sonst für Konferenzen genützt werden. Dort könnten die Partnerschaften in einem "würdigen Rahmen" eingegangen werden. Auf die Frage, ob auch das bei Hochzeitspaaren als Trauungsort beliebte Schloss Ort in Gmunden in Betracht gezogen werde, antwortete Lanz, das sei im Moment nicht geplant. Was die künftige Praxis bringe, sei aber noch nicht absehbar.

Bisher habe es in Salzburg zwar konkrete Anfragen für eingetragene Partnerschaften gegeben, doch von einem Ansturm kann man nicht sprechen. Die gebuchten Termine halten sich sehr in Grenzen. Für den Marmorsaal im Schloss Mirabell gibt es beispielsweise zwar zehn Anfragen, aber nur eine konkrete Buchung für den 2. Februar. "Das Interesse hat überhaupt erst in der vergangenen Woche angefangen", sagte Franz Schefbaumer, Chef des Standesamtes.

Winter unbeliebt

Der Jänner und Februar seien aber auch nicht die klassischen Heiratsmonate. Er nehme an, dass es ab Frühjahr/Sommer mehr Buchungen geben werde. "Neben dem Mai sind bei heterosexuellen Paaren vor allem die Sommermonate - auch noch der Herbst - als Hochzeitstermin begehrt. Ich glaube kaum, dass es bei Homosexuellen anders ist", meinte Schefbaumer.

Nach der Diskussion rund um Zeremonie und gesetzliche Inhalte der Eingetragenen Partnerschaft reißen sich homosexuelle Grazer Paare offenbar nicht um Termine beim zuständigen Referat. Leiterin Ursula Leitner meinte, dass es bis Montag "eine Hand voll Anfragen" gab, jedoch keine fixen Termine. Vorbereitet sei man in jedem Fall: Dokumente und Urkunden lägen bereit.

Vorerst können Lesben und Schwule in der Steiermark in die Bezirkhauptmannschaften, in die Grazer Amtsstube in die Schmiedgasse sowie in das Mediacenter im Rathaus kommen, um den Bund fürs Leben zu schließen. Im Mediacenter könne jedoch derzeit nur die offizielle Übergabe der bereits davor unterzeichneten Partnerschaftsurkunde erfolgen, so Leitner.

Nagl will keine Homosexuellen im Schloss Eggenberg

Der Vorschlag des Universalmuseums Joanneum, die Eintragung an externen Orten wie etwa dem Schloss Eggenberg vorzunehmen, wurde von Bürgermeister Siegfried Nagl abgelehnt. Seine Stellvertreterin Lisa Rücker - selbst bekennende Lesbe - meinte vor Weihnachten, dass diesbezüglich aber noch nicht das letzte Wort gesprochen sei.

Wer jedoch nicht mehr länger warten will und sich schon am 4. Jänner - dem ersten Tag, an dem die Eintragung möglich ist - "trauen" will, für den wird es knapp: Um sich als Partner eintragen zu lassen, müssen die beiden Frauen oder die beiden Männer nämlich mehrere Dokumente vorweisen und ein sogenanntes Ermittlungsverfahren durchlaufen. Das sei ähnlich wie bei der Ehe, so Ingrid Bardeau vom Grazer Bürgeramt zur APA.

Bei dem Verfahren müssen ein umfangreiches Formular ausgefüllt und Geburtsurkunden sowie andere Dokumente vorgelegt werden. Nach der Datenerhebung, die mehrere Tage dauern kann, erfolge die Niederschrift im Partnerschaftsbuch und die Erstellung der Partnerschaftsurkunde, die von beiden Frauen oder Männern unterzeichnet wird, so Bardeau. Ein Beistand wie bei der Eheschließung ist nicht notwendig.

Keine besonderen Locations für Zeremonien für das ab 1. Jänner 2010 in Kraft tretende Gesetz "Eintragung von Partnerschaften" sieht Tirol vor. "Ein Paragraf sagt, dass die Zeremonie in den Amtsräumen der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörden stattfinden muss", zitierte Martin Plunger, Leiter der Abteilung Staatsbürgerschaft im Land Tirol. Demnach werde auch Innsbrucks Wahrzeichen, das Goldene Dachl, nicht als Ort für den Formalakt dienen.

Weder in der Tiroler Landeshauptstadt, noch in den anderen acht Bezirken seien Öffnungen von besonderen Räumlichkeiten zur Bewältigung eines möglichen Ansturms oder für feierliche Zeremonien vorgesehen. Im größten Bezirk, Innsbruck-Land, gebe es bisher keine Anfrage für eine Eintragung, weshalb auch noch keine Termine feststünden, hieß es auf Anfrage der APA. "Es wird so gehandhabt, wie es im Gesetz steht", unterstrich Plunger. Man werde den Akt aber wie jedes andere Verwaltungsverfahren freundlich und feierlich vollziehen.

Von einem Ansturm homosexueller Paare kann auch an den Vorarlberger Bezirkshauptmannschaften nicht die Rede sein. Bei der BH Bregenz und der BH Feldkirch gab es bisher je drei telefonische Anfragen zur Eingetragenen Partnerschaft, in Dornbirn eine, in Bludenz keine. Die Eintragung werde frühestens ab Ende Jänner 2010 durchgeführt werden können, da derzeit der Erlass noch ausstehe und der Eintragung nötige Formalitäten und Abklärungen vorangingen, so die Bezirkshauptmannschaften unisono.

Vorarlberg lässt im Besprechungszimmer heiraten

Große Erwartungen hinsichtlich eines feierlichen Rahmens für die Eintragung dürfen homosexuelle Paare in Vorarlberg offenbar nicht hegen. Es werde eher auf eine "schlichte Amtshandlung, nicht gerade zwischen den Akten, aber vielleicht in einem Besprechungsraum" hinauslaufen, so die Auskunft der BH Bregenz. Ein Besprechungszimmer ist auch bei der BH Feldkirch angedacht. Anders als bei einer Hochzeit seien keine Zeugen nötig, darum rechne man auch nicht mit vielen Gästen. "Wenn man aber nachher noch ein Glas Sekt trinken will, werden wir nichts dagegen haben", hieß es dort. (APA)

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Alexander Patjomkin
01
18.2.2010, 11:56
Die Menschen am Lande haben ihren Hausverstand

anscheinend noch nicht verloren.

Wiener Wolken
10
"... wie jedes andere Verwaltungsverfahren freundlich und feierlich vollziehen"

Also wenn das genauso "feierlich" abgehalten wird wie eine Eintragung ins Melderegister, na dank'schön.

nick name5
00
Toll

diese Diskussionen nach Artikel in denen Homosexualität/Tiersch-Umweltschutz/Ausländer vorkommen. Da gibts immer die schönsten Streiterein.

Ich Find es wahnsinnig interessant wie man gnadenlos ins Pro- oder Kontra-Lager gesteckt und dann gesteiningt wird. Oft kommt es mir vor, als hängt es nur davon ab in welche Ecke man zuerst gestellt wird.
Und immer wieder dieses "Sie denken nicht nach" oder "wenn sie ihren Kopf benützen würden" und ander inteligenzabsprechene Floskeln.
Wenn sich mache über irgendwelche 2zeiler aufregen können die Irgendwer gepostet hat der dann nie mehr da her schaut. Das entlockt mir regelmäßig ein Schmunzeln.
Nicht zu vergessen die Provozierer wie hier "Little Willy", und alle steigen drauf ein!

Danke Leute!

Poldi Fesch
00
das ist aber

der Spielwert dieser Foren. Raucher / NR habens noch vergessen, das sind dann ueberhaupt die lustigsten. In wirklichkeit gehts um nix u. man kann sich so schoen entruesten

jumpingjack flash
01

bitte gern - es fehlt übrigens in letzter zeit wer der zum schluss alles zusammenfasst und eine endbeurteilung abgibt - vielleicht können sie das nun immer übernehmen.

das ist fix
00
stürmen in die Ämter - ??


Sturm? - es ist wohl eher ein sehr leichtes Lüfterl....

barro
00

gut so, das zeigt nur, dass homosexuelle Menschen, nicht so wie scheinbar allgemein angenommen wird, anspruchsvolle und kritikfähige Menschen sind, die sich nicht mit einem Knochen zufrieden geben, der ihnen von ewig gestrigen Regierungsmitgliedern hingeworfen wird.

True Earl Grey
00
Habe ich richtig verstanden:

Homos sind anspruchsvoll/kritikfähig -> Heteros sind
anspruchslos und reaktionär?

Weltoffenheit ist von der sexuellen Orientierung
abhängig.

Poldi Fesch
00
eher umgekehrt

es zeigt, dasz Homosexuelle, nicht wie scheinbar angenommen....also sind sie ANSCHEINEND ein bisserl unkultiviert

Poldi Fesch
01
wir fassen zusammen

homosexuelle Menschen sind anspruchslos

Chupacabra11
16
Man muss es als äußerst verwerflich und verantwortungslos bezeichnen, dass scheinbar Little Willy und andere Gegner versuchen, HIV/AIDS heute noch den homosexuellen Männern zuzuschreiben!

Das ist doch Schnee von gestern und hat auch damals dazu geführt, dass heterosexuelle Paare glaubten, davon nicht betroffen zu sein, was zu hohen Infektionsraten führten. Genau jene Hetzkampagnen gegen schwule Männer haben dazu geführt, dass es heute höhere Infektionsraten bei heterosexuellen Menschen gibt.
Man muss annehmen, dass die Infektionsrate bei Heterosexuelle enorm höher ist als bei Homosexuelle, da einerseits Homosexuelle sich öfters hinsichtlich untersuchen lassen (realer Wert) und Heterosexuelle dies nicht tun, womit die Dunkelziffer sehr, sehr hoch sein dürfte.

Little Willy
52
Und wer hat's erfunden?

Drizzle
 
02

süss, der kleine hat sein gesamtes wissen aus der werbung.

Poldi Fesch
00
jetzt geh ich davon aus,

dasz der Volltrottel nicht mehr freigeschalten wird. Aus ihrer Tatstaur vestaetigt es mir nur, richtig zu liegen

Little Willy
00
Nö, kann mich noch erinnernwer es eingeschleppt hat

Little Willy
115
43% der AIDS-/HIV-Fälle betreffen homosexuelle Männer!


Betrüblich, dass man immer wieder solche Pärchen eines winzigen Grüppchens ablichtet anstatt zweier Frauen.

Denkt den niemand an die Kinder?

Chefermittler - Frauenheld
01
Wahnsinn! Die Handvoll für 43% verantwortlich...und büssen müssen wir das alle.


Wie verantwortungslos sind diese Leute eigentlich? Da muss doch was geschehen!

hotzenplotz1001
01
HC bist du es? Der Little Willy?

galiontariaho
02
du meine güte.......

da is net nur der willy klein...

peter schmidt
 
00
ja das wird schon stimmen.

Und was genau wollen Sie damit ausdrücken?

Little Willy
61
Man muss doch den Kindern offen sagen dürfen, wo das Problem lauert


Bringt man das in der Schule zur Sprache, dann schreit die PC-Karawane laut auf und beginnt die aufgeklärten Kinder zu mobben.

Die dritte Seite der Medaille
00

Selbst wenn Sie recht hätten, was ich bezweifle, was hat das mit der Gleichstellung bei der Ehe zu tun?

peter schmidt
 
02
welches problem lauert denn?

Ich verstehe einfach ihr posting nicht.

Aufklärung die fünfte
00

was ist mit den 57 prozent ... das ist die mehrzahl.. heteros vielleicht sidn jetzt alle heteros PÖSE

Little Willy
62
1% sind dem eigenen Geschlecht zugetan


und produzieren 43% der Fälle. Wenn dann 99% dem normalen Geschlecht zugetan sind, dann ...

Bittegerne.

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