"Cyberbullying" meist nur "Spitze des Eisbergs"

30. Dezember 2009, 09:32
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An Österreichs Schulen aber noch relativ selten

"Cyberbullying", also das "Sekkieren" oder Ärgern von anderen mittels elektronischen Hilfsmitteln wie Handy oder Computer, ist an Österreichs Schulen im Vergleich zu anderen aggressiven Verhaltensweisen selten. Das zeigt eine Studie der Bildungspsychologinnen Christiane Spiel, Dagmar Strohmeier und Petra Gradinger (Universität Wien), bei der 716 Jugendliche der neunten Schulstufe befragt wurden. Trotzdem müsse das Problem ernst genommen werden - "Cyberbullying" sei oft nur die "Spitze des Eisbergs", betont Spiel.

"Happy Slapping"

Formen des "Cyberbullyings" sind etwa das Ärgern von Mitschülern via SMS oder Internet, Ausgrenzungen auf sozialen Netzwerkseiten, körperliche Drohungen via Internet oder "Happy Slapping" (englisch etwa für "Fröh- liches Schlagen). Meist jugendliche Angreifer laufen dabei auf ihr Opfer zu und schlagen es etwa ins Gesicht, während ein weiterer Beteiligter alles mit der Handykamera aufnimmt. Anschließend wird das Video im Internet oder via Mobiltelefon verbreitet.

Gegenüber dem traditionellen Mobbing können sich die Opfer der Cyberbullying-Attacken schwerer entziehen. Die Täter wiederum können unsichtbar bleiben, gleichzeitig fallen einerseits Hemmungen, andererseits aber auch der "Lustgewinn" weg, so die Studie. "Cyberbullying" komme wesentlich seltener als Mobbing vor, nehme aber mit wachsendem Alter zu.

Opfer

Im Vergleich mit anderen Verhaltensweisen werde "Cyberbullying" selten aktiv ausgeführt: Drei Prozent der befragten Mädchen und acht Prozent der Burschen waren mindestens einmal als Täter involviert. Umgekehrt wurden sieben Prozent der Schüler einmal mithilfe des Handy oder des Computers beleidigt oder verletzt.

Bei den Opfern gibt es laut Studie keine Geschlechtsunterschiede. Allerdings: Wer aktiv "Cyberbullying" betreibe, sei fast immer auch aktiver Mobber, "Cyberbullying"-Opfer seien auch Opfer anderer Arten von Mobbing.

Risiken

Die Studienautorinnen beobachteten auch Zusammenhänge mit psychischen Risiken. Jugendliche, die sowohl aktiv mobben als auch "Cyberbullying" betreiben, seien auffallend aggressiv. Jugendliche. die Opfer von "Cyberbullying" und anderer Arten von Mobbing werden, hätten häufig depressive und somatische Probleme. (APA)

 

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