Antiterrorgesetze

Gesetzesnovelle bringt laut Experten Missbrauchsgefahr

Irene Brickner, 29. Dezember 2009 18:30

Verfassungsrechtler Funk sowie Grüne warnen

Wien - Die Absicht, die Antiterrorgesetze in Österreich zu erweitern, ist im Regierungsprogramm festgeschrieben, die Novelle schon in Begutachtung: Um Anschlagspläne künftig bereits während der Vorbereitung oder gar der Phase der Täterrekrutierung zu erkennen und damit zu verhindern, sollen sogenannte Hasspredigten sowie die Teilnahme an Terrorcamps - leibhaftig oder per Internet - unter Strafe gestellt werden.

Dagegen ist laut dem Verfassungsrechtler Bernd-Christian Funk auch nichts einzuwenden, im Gegenteil. Nur: "Der neue Paragraf 278f StGB, der die ‚Anleitung zur Begehung einer terroristischen Straftat‘ sanktionieren soll, könnte auch Personen ohne Anschlagabsichten unter Verdacht bringen."

Zum Beispiel Wissenschafter oder Journalisten, denn: "Zu diesem Paragrafen fehlen die Ausnahmeregelungen, wie sie etwa bei vergleichbaren deutschen Bestimmungen existieren."

Bis zu zwei Jahre Haft

Konkret soll Paragraf 278f StGB Menschen mit bis zu zwei Jahren Haft bedrohen, die ein "Medienwerk" oder "Informationen" anbieten oder zugänglich machen, welche "geeignet sind, als Anleitung zu einer terroristischen Straftat zu dienen" . Auch wer sich "Informationen aus dem Internet verschafft, um eine terroristische Straftat zu begehen" soll künftig bestraft werden. Selbst wenn es noch zu keiner Tat gekommen ist.

"Der einzige Unterschied zu sozialadäquatem Verhalten - Informationsbeschaffung, Lernen - besteht also im Vorsatz, was mit diesen Informationen geschehen soll. Dieser ist schwer zu beurteilen" , kritisiert auch der grüne Justizsprecher Albert Steinhauser. Er fürchtet "Missbrauchsgefahr" und erinnert an den umstrittenen Antimafiaparagrafen 278a, der jetzt Grundlage des bevorstehenden Prozesses gegen Tierschützer ist.

Doch im Büro von Justizministerin Claudia Bandion-Ortner versteht man die Einwände nicht: "Journalisten oder Forscher sind nicht gemeint." (Irene Brickner, DER STANDARD, Printausgabe 30.12.2009)

Kommentar

Antiterrornovelle: Verschärfung statt Reform

Der Entwurf aus dem Justizministerium wurde Anfang Dezember ziemlich wortlos in die Begutachtung geschickt

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Posting 1 bis 25 von 30
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kleiner mann1
04.01.2010 03:01
Na super

der nächste Absatz lautet nur daran zu denken irgendetwas läuft in unserem Staat schief wird mit lebenslang bestraft.

supidupi
30.12.2009 15:42
Meine Prophezeiung

mit diesen gesetzen falls Sie auch exekutiert werden wird in naher Zukunft wieder der Justizpalast brennen.

Meine Wenigkeit mit viel Senf
30.12.2009 15:22
Fein,

dann kann man die Redakteure der Kronenzeitung verhaften, wenn sie über einen Terroranschlag berichten.

Vorsicht, liebe Justizministerin, Sie machen sich gerade die Krone zum Feind!

Queequeg
30.12.2009 12:54

BO auf der Busspur nach Pjönjang?

supidupi
30.12.2009 15:32
Ich denke schon beim überholen

heri byrd
30.12.2009 10:59

vorsicht, dieser link kann ihnen bis zu 2 jahren haft einbringen.
http://tinyurl.com/yd6ohxd

Black Widdow
30.12.2009 11:09
Köstlich ;-)

leider gibts in realiter nix zu lachen: Wetten, dass jetzt alle Tierschützer vorsorglich unter Arrest gestellt werden? Und als zweiter Schritt gleich alle NGO's?

loundy
 
30.12.2009 10:53
okay, wenn ich das falsch verstanden habe, korrigiert mich ansonsten verhaftet mich...


ich besitze das buch "fight club" in dem beschrieben wird wie man mit einfachen haushaltschemikalien bomben basteln kann.

in meiner web-history tauchen begriffe wie "al quaida" oder "islamismus" auf weil ich mich über themen weiter informiere und versuche verschiedene quellen und sichtweisen zu finden bevor ich mir selbst eine meinung bilde.

ich kritisiere desöfteren den staat, die gesellschaft und das, meiner meinung nach korrupte system.



wenn ich das richtig verstanden habe ist das einzige was mich jetzt von einer verhaftung trennt jemand in der staatsanwaltschaft der entscheidet ob ich was anstellen wollen würde oder nicht...?

wie entscheidet der das...?

menschenkenntnis...? kristallkugel...? externer raika-berater...?

Jan Sommer
03.01.2010 17:44
Damit sind speziell Sie fällig - denn zu gut informierte Personen


sind in den zukünftigen Überwachungsstaaten als eine gezielt zu kriminalisierende Personengruppe auserwählt.

Unmöglich - der Schaden den Sie anrichten könnten, wenn Sie über praktische Einzelheiten Bescheid wissen und laut Blödsinn bei falschen Regierungsangaben rufen könnten.
js

friedrich wilhelm voigt
30.12.2009 19:58

ja, das sollten sie alles lieber einstellen.

sein wir uns ehrlich: regimekritiker sind nicht nur in china, sondern auch hierzulande unerwünscht.

Gesetzgeber
30.12.2009 10:37
ÖVP, Staat und Begreifen

"Doch im Büro von Justizministerin Claudia Bandion-Ortner versteht man die Einwände nicht".

Keine Überraschung, denn im Fach Politikwissenschaft und Demokratie, besonders beim Kapitel Verfassung hatten angehende ÖVP-Sprösslinge schon immer besonders festen Schlaf. Da fügt sich Bandion-Ortner perfekt ein.

hage
30.12.2009 10:35
?

Journalisten, Forscher und interessierte Bürger waren zwar nicht gemeint, Gesetz ist aber nun mal Gesetz und brummen sollen sie alle... so ähnlich wird sich diese unfähige Person danach äußern...

Hausverstandshasser
30.12.2009 09:28
"Journalisten oder Forscher sind nicht gemeint."

Was haben Meinungen mit Gesetzen zu tun..?

Frau Bandion Ortner ist ein wandelnder Beleg des Peter-Prinzips. Sie hätte in ihrem alten Job bleiben sollen.

loundy
 
30.12.2009 10:55
kein beweis des peter-prinzips...


eher ein beweis dafür dass wir eine justizreform brauchen...

sowas sollte nicht wieder richter werden sondern zurück auf die schulbank.

X0 Phia
30.12.2009 09:14
Das ist nichts weiter als vorbeugende Abwehr außer Kontrolle geratenen Politik!

Wer bei Wahlen argumentiert, warum Grokonelle mit Überwachung den Terror stärken, ist ein Fall für die Folter.

Also nehmt zur Kenntnis, ich verdamme Grokonelle, nenne aber keinen der tausend Gründe.

Sonst werde ich womöglich des Terrors gegen Terror bezichtigt und das "Gesetz" wird angewendet.

Mir wären scharfe Antikorruptionsgesetze viel wichtiger.

auf Leben und Brot
30.12.2009 08:51
politiker

sind die ärgsten terroristen.

1116er
30.12.2009 07:38
ist das so eine art beweislastumkehr?

jeder ist ein terrorist.
ausser er kann das gegenteil beweisen...

Albert Steinhauser
30.12.2009 01:00

Oft wird unterstellt, dass wir Grüne Terrorismus unterschätzen. Das ist Unsinn. Tatsache ist, dass unter dem Deckmantel des "Kampfes gegen den Terrorismus" völlg unsensibel immer neue Überwachungs- und Strafbestimmungen geschaffen werden. Diese Strafbestimmungen höhlen den Rechtsstaat sukzessive aus und sind diesmal auch ein Angriff auf die Nutzung des Internets.

Mehr Infos:
http://albertsteinhauser.at/2009/12/3... wirkungen/

dekorhippe
30.12.2009 00:02
aaaaaalso

haben die österreichischen politiker nix kapiert? zuerst muss man einen anschlag inszenieren (ich würd eine cessna 172 in der lugner city, DEM österreichischen finanzzentrum, vorschlagen) und anschließend werden die gesetze verschärft ... ;)

abgesehen mal davon: je weniger vage (betonung auf: vage) machtmittel man der österreichischen justiz in die hände gibt, desto besser ... kaprun, operation spring, dörfler etc. zeigen warum.

per verser
29.12.2009 23:33

es geht doch gar nicht um terroristInnen.

mit solchen gesetzen wollen sich vor allem die schwarzen einfach die totale kontrolle übers volk verschaffen. das war schon der traum eines dollfuß und schuschnigg und eines hitler.

bin ich jetzt ein hassprediger?

;o)

Sandra Blümel
29.12.2009 21:57
loundy
 
30.12.2009 10:35
also bitte... unterberger als eine quelle für irgendwas...?


sorry, bevor er im zickenkrieg mit faymann seinen job verloren hat war er ein zu respektierender journalist dessen meinungen ich sehr selten geteilt hab, die aber mit daten, fakten und argumentationen untermauert waren.

jetzt ist er nur noch ein verbitterter alter mann der auf alles um sich herum einschlägt dass nicht rechts-rechts ist, keine quellen, keine daten, keine fakten oder sonstwas liefert und eine schande für das wort journalist.


ja, er ist unterhaltsam, aber nehmen sie bitte diese kommentare nicht wirklich als einzige informationsquelle, das meiste was der mann schreibt ist unsinn und durch nichts untermauert.

Strom
29.12.2009 21:36
"Doch im Büro von Justizministerin Claudia Bandion-Ortner versteht man die Einwände nicht"

Normale, gerechtigkeitsliebende Menschen verstehen diese Einwände seit dem Missbrauch bei Tierschützern schon. Die ÖVP scheint nur nicht dazuzugehören.

M..
 
29.12.2009 23:35
PS ..

ähnlich wie es bei KHG, Riess-Passer usw. war.

M..
 
29.12.2009 23:33
Warum ÖVP?

Bandion-Ortner ist parteilos .... sozialisiert aus ihrem Elternhaus, der FP zuzuschreiben.

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