Fremdwährungskredite werden kaum noch vergeben

29. Dezember 2009, 17:36
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Wien - Vor der Finanzkrise war die Fremdwährungsfinanzierung eine sehr beliebte Kreditform in Österreich. Rund 750.000 Verträge waren am Markt, fast 80 Prozent aller Immobilientransaktionen wurden in fremder Währung - Schweizer Franken oder japanische Yen - finanziert. Ausgelöst durch die Finanzkrise und den Währungsvolatilitäten werden neue Fremdwährungskredite kaum noch vergeben. Auch die Finanzmarktaufsicht hat den Banken angeraten, dieses Geschäft bleiben zu lassen.

In Österreich gab es im ersten Halbjahr 2009 Kredite in fremder Währung an Unternehmen (außerhalb des Finanzsektors) und an private Haushalte im Gegenwert von rund 47 Mrd. Euro. Laut Oesterreichischer Nationalbank (OeNB) beliefen sich davon 35,89 Mrd. Euro an private Haushalte. Endfällig (während der Laufzeit werden die Zinsen bezahlt, am Ende der Laufzeit ist die volle Kreditsumme fällig) waren davon an Unternehmen 6,11 Mrd. Euro, an Private eine satte Mehrheit von 29,87 Mrd. Euro.

Zittern um Tilgungsträger

Der Großteil der Kredite ist mit Tilgungsträgern ausgestattet. Dieses Investment soll während der Laufzeit des Kredits so viel erwirtschaften, damit am Ende der Kredit zurückgezahlt werden kann. Durch die Börse-Turbulenzen haben die Tilgungsträger aber massiv gelitten. Experten erwarten, dass sich bei Fälligkeit der Fremdwährungskredite große Lücken zwischen offener Forderung und des Tilgungsträgers auftun werden.

In Summe ist das Kreditvolumen an Nichtbanken im Oktober gegenüber dem Vormonat um 0,1 Mrd. auf rund 308,4 Mrd. Euro gesunken. Den Rückgang führt die OeNB auch auf das sinkende Niveau der Fremdwährungskredite zurück. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.12.2009)

 

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