Vatikanische Euro für den Geldkreislauf

29. Dezember 2009, 13:12
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Durch ein neues Abkommen zwischen EU und Heiligem Stuhl landen vatikanische Euro-Münzen auch in den Geldbörsen der Bürger

Vatikan - Ab 1. Jänner steigen die Chancen, dass eine vatikanische Euro-Münze nicht nur in den Händen von Sammlern, sondern auch in den Geldbörsen gewöhnlicher EU-Bürger landet. Gemäß einem neuen Währungsabkommen zwischen dem Vatikan und der EU muss der Heilige Stuhl ab dem neuen Jahr genau 51 Prozent seiner Geldstücke mit dem Papst-Porträt zum Nennwert in den regulären Zahlungsverkehr bringen. Dafür darf der Vatikan auch mehr als doppelt so viele Münzen prägen wie bisher.

Derzeit werden die Münzen nur als Serien mit einem Nennwert von 3,88 Euro für 30 Euro in den Handel gebracht - eine nicht unerhebliche Einnahmequelle für den Heiligen Stuhl. Unter Sammlern erzielen die Sets aber noch weit höhere Preise von bis zu 1.400 Euro.

Einnahmeverluste müssen die neuen Bestimmungen für den Vatikan dennoch nicht bedeuten. Künftig darf der Heilige Stuhl Münzen im Wert von etwa 2,3 Millionen Euro prägen. Bisher waren es knapp 1,1 Millionen Euro. Anders gesagt: Der Vatikan könnte so viele Münzen wie bisher für Sammler reservieren, müsste aber zusätzlich etwas mehr auch in den regulären Geldumlauf bringen.

Die meisten Münzen

Dabei ist der Vatikan nach Berechnungen der EU-Kommission schon bisher jener Staat des Euro-Bereichs, der im Verhältnis zur Einwohnerzahl die weitaus meisten Münzen herausbringt. Wurden pro Kopf der EU-Bürger im Schnitt von 2002 bis 2008 Münzen im Wert von 63 Euro geprägt, waren es beim Vatikan Münzen für 7.028 Euro - weit mehr als in San Marino (422 Euro) oder Monaco (190 Euro).

Wie genau die Vatikan-Münzen in den Umlauf gebracht werden, ist nicht bekannt. Aus dem vatikanischen Numismatik-Büro heißt es nur, dass dies aus technischen Gründen "nicht ganz leicht" sein werde. Denkbar ist, dass die Geldstücke über die Vatikanischen Museen, die wenigen Geschäfte im Vatikan und die Beschäftigten des Heiligen Stuhls und des Vatikanstaats an die Öffentlichkeit gelangen. Spekuliert wird zudem, dass auch Geschäfte im nächst der Vatikanstadt gelegenen römischen Viertel Borgo Pio - also auf italienischem Staatsgebiet - Vatikan-Münzen ausgeben werden. (Reuters)

  • Gemäß einem neuen Währungsabkommen zwischen dem Vatikan und der EU muss der Heilige Stuhl ab dem neuen Jahr genau 51 Prozent seiner Geldstücke mit dem Papst-Porträt zum Nennwert in den regulären Zahlungsverkehr bringen. Dafür darf der Vatikan auch mehr als doppelt so viele Münzen prägen wie bisher.
    foto: epa/ferrari

    Gemäß einem neuen Währungsabkommen zwischen dem Vatikan und der EU muss der Heilige Stuhl ab dem neuen Jahr genau 51 Prozent seiner Geldstücke mit dem Papst-Porträt zum Nennwert in den regulären Zahlungsverkehr bringen. Dafür darf der Vatikan auch mehr als doppelt so viele Münzen prägen wie bisher.

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