Staatsanwalt beschlagnahmte Garnitur

29. Dezember 2009, 12:23
44 Postings

Bisher keine klare Aussage der Lenkerin - Frau stand nach dem Unglück unter Schock

Nach dem Straßenbahnunfall vom Sonntag in Wien-Floridsdorf hat die Staatsanwaltschaft jetzt die entgleiste Garnitur der Linie 26 beschlagnahmt. "Routinemäßig", wie ein Sprecher der Wiener Linien sagte. Die Aussage der bei dem Unfall schwer verletzten Lenkerin lässt unterdessen weiter auf sich warten, die Frau stand nach dem Unglück unter Schock.

"Es zeichnet sich ab, dass sie ihre Bremsmöglichkeiten nicht ausgeschöpft hat", so der Sprecher. Mit rund 55 statt maximal 20 bis 25 km/h war die Garnitur in die Kurve von der Prager Straße in die Rußbergstraße eingebogen und aus dem Gleis gesprungen. Klar ist bisher, dass die Lenkerin nicht alkoholisiert war und "alle gesundheitlichen Voraussetzungen" mitbrachte, welche die Wiener Linien von ihren Fahrern verlangen. Ein technischer Defekt wird nach den bisherigen Kenntnissen eher ausgeschlossen.

Die Wiener Linien haben unterdessen "das Bewusstsein ihrer Lenker für Fahrgeschwindigkeit und insbesondere für Kurvenfahrten geschärft", sagte der Sprecher. Er wies darauf hin, dass man mit den Fahrtenschreibern jederzeit feststellen könne, wie schnell jemand zu einem bestimmten Zeitpunkt unterwegs gewesen sei. Aber prinzipiell seien die Mitarbeiter in diesem Zusammenhang ohnehin sehr sensibilisiert. (APA)

Nachlese
Bim war mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs - Zug der Linie 26 fuhr um 30 km/h zu schnell in Kurve - Laut Fahrtenschreiber wurde keine der vier vorhandenen Bremsen betätigt

 

  • Artikelbild
    foto: atefie/medieninsider.at
Share if you care.