Herrn Straches Botschaft unterm Soundteppich

28. Dezember 2009 19:17
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    Zweimal Strache mit Partyvolk, der Unterschied steckt aber im Detail. Oben im Dezember 2009 bei "Friends 4 Friends", unten 2005 in der "Passage": Nicht nur das "klassische" Discopublikum hat längst keine Berührungsängste mehr, auch die halbjunge Klientel mit Geld, Zukunft und Bildung feiert gern mit "dem H.-C.".

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Nach Großraumdiscos entdeckt Heinz-Christian Strache nun die "bessere" Clubbingszene

DER FPÖ-Chef setzt dort ohne Gegner und hochprofessionell Jörg Haiders Methode vom "unpolitischen" Ausgehen mit der "Buberlpartie" fort.

* * *

Wien - Der namenlose PR-Berater an der Bar war erschüttert: "Der Mann macht alles richtig - und die anderen halten nichts dagegen", sagte er - und zeigte auf den Pulk, im Zentrum von Wiens neuester Schicki-Club-Location, der "Residenz Zögernitz".

Es war die (Party-)Nacht zum Heiligen Abend. Das Volk aus gutem bis besserem Wiener Haus war angetreten, um es vor den Familienfeiern krachen zu lassen. Die Hütte war voll, die Schlange vor der Tür lang - und Mitten im Pulk vor der Bar hielt einer Audienz: Heinz-Christian Strache.

Es war, zeigte der zweite Blick, ein Heimspiel. Der erste Blick: Der FPÖ-Chef stand, wo man ihn nicht übersehen konnte, schüttelte Hände, gab Bussis, klopfte Schultern, lachte, rauchte und war leutselig.

Der zweite Blick: Straches Bodyguard stand abseits. Zu weit weg, um rasch eingreifen zu können. Dass auch er entspannt plauderte, war ein Zeichen: Man war hier unter Freunden. Dabei war das Fest im alten Patrizierhaus keines jener Parteijugend-Clubbings, mit denen Spitzenpolitiker ebenso gern wie erfolglos Partycredibility simulieren wollen: Im Vorfeld, erzählte einer der Veranstalter, habe Strache abklären lassen, ob sein Einlass garantiert wäre. Unmittelbar vor seinem Eintreffen sondierten dann zwei Mitarbeiter das Terrain. "Der macht das immer so."

Denn Wiens FP-Chef ist derzeit Dauergast in Clubland. Nicht bloß - klischeehaft formuliert - unterprivilegierte, chancenlose Plattenbaukids in Peripheriegroßraumdiscos zeigen keine Berührungsängste: Auch in Edelclubs, wo feiert, wer Geld, Bildung und Zukunft hat, ist Strache für alle "der H.-C.".

Nicht, dass Strache nicht immer schon umtriebig war. Aber das fast berechenbare System, mit dem er auf allen Partys auftaucht, auf denen Gesehenwerden zählt, setzt fort, was schon zu Zeiten von Jörg Haiders "Buberlpartie" klappte. Freilich effizienter und hoch professionalisiert: Auf den Internetseiten der Wiener Partyfotografen ist Strache omnipräsent. So wie in den Society- und Partyclips diverser Kleinst- und Internetsender.

Auch Fotofehler von früher (Zigarette in der Hand, harte Drinks im Anschlag, zu ausgelassene Action) gibt es heute kaum mehr. Und über Politik redet "der H.-C." sowieso nicht. Nicht von sich aus.

Das kommt an: Wer außer Politikern, ihrem Klüngel und den sie umschwirrenden Journalisten hört der Phrasendrescherei denn schon bei Tag noch zu? Wer das Volk dann auch nachts mit Polit-Hülsen bewirft, hat rasch den Sexappeal getragener Socken. Bestenfalls.

Darum plaudert Strache bei Nacht über alles andere: Über die Angst beim Bungeejumpen, das Hochgefühl danach und wieso er das "trotzdem nicht nochmal" braucht. Über Drinks und DJs. Über Weihnachtsstress, Gott, Frauen und die Welt - und den Spaß, unter "echten Leuten" zu sein.

Dass die Metabotschaft mehr als "Ich bin einer von euch" ist, verdeckt der clubeigene Soundteppich. Und wenn Strache ankündigt, bis zum Sommer "ordentlich" abnehmen zu wollen, "weil ich in alle Bäder gehen werde. Überallhin, wo ein Bürgermeister sein sollte, der sich nicht vor den eigenen Bürgern fürchtet", ist das eine Wuchtel. Und nicht die Verlautbarung der nächsten "unpolitischen" Wahlkampfspielwiese - auf der Strache wohl wieder niemand das Terrain streitig macht.

Oder machen kann: Als Strache im Vorjahr bei einer Großraumdiscoeröffnung Standing Ovations bekam, meinte Wiens grüne Planungssprecherin Sabine Gretner resigniert: "Wir erreichen diese Menschen nicht."

Dies gilt längst auch in "besseren" Kreisen, verriet in der "Residenz" eine Societyreporterin: "H.-C., Leonie Baumkirchner (TV-Starlet; Anm.), Anna Huber (Model) und Jenny Fellner (Tochter) - sonst waren da null VIPs." Dabei waren auch Laura Rudas (SP-Bundesgeschäftsführerin) und Niko Pelinka (Ministersprecher) da: "Und wen interessieren die? Das sind doch nur Politiker." (Thomas Rottenberg/DER STANDARD, Printausgabe, 29.12.2009)

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Im Exil
20.01.2010 11:05
in berlin

würde der hazeh in keinen club reinkommen. nicht wegen seiner politik (den kennt hier eh keine sau) sondern wegen seiner ausstrahlung. die türsteher berlins verfügen über erstaunlich gute menschenkenntniss...

Lorenzo von Matterhorn
 
20.01.2010 14:30

ich habe ja gehört, dass die alle promovierte türsteher sind, die einzigen weltweit - stimmt das?

pff

derhirte81
12.01.2010 11:26
...

..ich kann nur klarstellen, dass HC Strache an diesem Abend nicht willkommen war...konnten es diesesmal (zum letzten mal) nicht verhindern.
Mein eindeutiges Statement zu dem Thema ist auch bei Ro Raftl im Profil zu lesen (letze Woche).

ciao, einer der Veranstalter

Dr. Seltsam
 
08.01.2010 13:30

Dieser Artikel beschreibt v.a. die Hilflosigkeit der anderen Parteien gegenüber solchen Methoden. Das ist wirklich erschreckend.

Harry Y.
 
03.01.2010 11:28
Es reicht doch schon aus, wenn man dieses unreife Teenie-Gesicht im ORF sehen muß, dass man ins Kübel kotzt...


jetzt bescheren uns sämtliche Boulevardzeitungen auf ihren Society-Seiten dergleichen....das müßte natürlich nicht sein. Aber warum sollten wir der FPÖ denn nicht helfend unter die stattlichen und muskelgeblähten Arme greifen, wo sie doch so fromm ist und so fleißig, so engelsgut? - fragt sich naiv schon jener beste Kenner, Genießer und Förderer des Volksbösen, Hans Dichand....

In seinem Alter sollte man sich langsam Gedanken machen......aber warum denn, wenn man doch als bester Kommunikator der letzten Jahrzehnte so viele erreicht hat? Und so gut verdient damit?

Harry Y.
 
03.01.2010 11:07
Graust euch denn vor gar nichts?


Allerdings nehme ich trotz Artikels an, dass es junge Leute gibt, die es vor Ekel nur so schüttelt und sich daher schleunigst in Richtung einer anderen Tanzfläche verabschieden.

kopfsalat
03.01.2010 12:54
strache im club - geld zurueck

bekannte waren dort, haben den hc gesehen, umgedreht, eintrittsgeld zurueckbekommen, und sind wieder gegangen.

di`Luca
08.01.2010 12:30

was haben Sie für lustige bekannte :o)

ragna
15.01.2010 13:17
ist es jetzt schon verwerflich..

.. bekannte zu haben, die eine großraumdisko besuchen?

h 90
03.01.2010 12:07

Schauens mal welche Altersgruppen welche Parteien waehlen.

jd2
02.01.2010 23:48
Befremdlich

Hier stoßen mir dreierlei Dinge sauer auf:
- Das man einen Artikel verfasst, in dem man H.C. Strache - dessen Art etwas an Jörg Haider (Ruhe in Frieden) erinnert - auf seinem Beutezug huldigt.
- Die Annahme des Autors: Weil man sich in diversen "Clubs" (in Wien eher Synonym für größere Bars oder dergleichen) aufhält, halbjunges Klientel mit Geld, Zukunft und Bildung zu sein. Ersteres der letzten Drei mag schon zutreffen - die Gelder von Mami, Papi, etc., unters Volk bringen - jedoch mit Zukunft und Bildung hege ich so meine Zweifel. In diesen Clubs werden wahrscheinlich (wertmäßig) mehr Drogen als Getränke umgesetzt.
- Die Moral von Politiker so Bürgernähe zu zeigen, spricht eher nicht für Kompetenz in seinem Beruf.

di`Luca
08.01.2010 12:32

wie darf man nur einen positiven artikel zum strache schreiben...ich ruf gleich in der redaktion an

soweit kamats no!

awsd
03.01.2010 11:46

genau,
und bwl oder publizistik studieren heisst noch lange nicht, gebildet zu sein...

Gimli
02.01.2010 23:47

Der Häupl wahlkämpft seit Jahrzehnten mit an ganzen Wirtschaftsimperium (Gemeinde Wien und alle ihre verbundenen Unternehmen - mit Steuergeld finanziert).
Vorm Strache müssen lt. Artikel jetzt alle Angst haben, weil er in Discos geht.

Sektionschef Lafite
02.01.2010 22:48
anstatt solche loblieder zu verfassen, wäre es für wähler

sinnvoller, einmal die wirtschaftliche kompetenz vom strache zu hinterfragen; weil mit gesellschaftreportern einen heben und sich mit angsoffenen trotteln fotografieren zu lassen, hilft der konjunktur auch nur marginal weiter!

ps: damit hier nicht der eindruck entsteht, dass es überall "standing ovations" für diesen herrn gibt: habe schon sportveranstaltungen erlebt, wo sich 99 % der anwesenden mit brechreiz abgewendet haben, als der sich in den vipclub gedrängt hat.

h 90
03.01.2010 03:17

die wirtschaftliche Kompetenz im Vergleich zu Faymann??
Denke da kann er locker mithalten.

marhan
04.01.2010 20:11
zu straches wirtschaftskompetenz

hc kann gut clubben und hetzen, aber rechnen ... naja, da hat er in der schule gefehlt. :-)
siehe video auf youTube
http://www.youtube.com/watch?v=A5zGtR55hjI

Dr. Seltsam
 
08.01.2010 13:28

Danke für den Link!
Eine wirklich erbauliche Rede. Brilliant, wie VdB immer wieder auf die Einwürfe von Strache reagiert hat! Man konnte richtig sehen, wie VdB diese Rede genossen hat.

einer123
03.01.2010 10:52

wie? warum? expertenteam fpö oder wegen der zahntechnikerlehre?

h 90
03.01.2010 12:05

denke jeder durchschnittliche Zahntechniker ist kompetenter als Faymann.
Der hat ja selbst ueberhaupt noch nie was gearbeitet.

einer123
04.01.2010 13:53

10 jahre am bau ist keine geeignete qualifikation für einen politiker, wie mans auch dreht und wendet

h 90
04.01.2010 16:39

aber 10 Jahre am Bau sind besser als 10 Jahr nur schmarotzt.

einer123
04.01.2010 16:51

von wem hat denn jetzt der fayman schmarotzt?

seek+destroy
03.01.2010 23:48

da denken sie schlichtweg falsch

139
02.01.2010 09:00

"Wir erreichen diese Menschen nicht."

würds da nicht um stimmen gehen müsste man doch eigentlich stolz drauf sein

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