CIA weitet Anti-Terror-Einsätze aus

28. Dezember 2009, 18:48
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US-Zeitung berichtet über Operationen – Flugzeugbomber von Detroit war vor zwei Monaten im Land

Washington - Die USA haben nach Informationen der New York Times ihren Kampf gegen das Terrornetzwerk Al-Kaida auf den Jemen ausgeweitet. Wie die Zeitung am Sonntagabend unter Berufung auf einen CIA-Agenten berichtete, entsandte der US-Geheimdienst vor einem Jahr mehrere im Antiterror-kampf erfahrene Agenten in das Land. Zum selben Zeitpunkt begannen demnach geheime Spezialkommandos aus den USA damit, jemenitische Sicherheitskräfte im Antiterrorkampf auszubilden. Nach Afghanistan und dem Irak seien die USAdamit in einem dritten Land der Region involviert.

Nach dem vereitelten Terroranschlag auf den Flug der Northwest Airlines nach Detroit am ersten Weihnachtsfeiertag hatte der nigerianische Täter Umar Faruk Abdulmutallab ausgesagt, er sei in einem Al-Kaida-Trainingslager im Jemen ausgebildet worden. Dort habe er auch den Sprengstoff erhalten sowie genaue Anweisungen, wie und wann er den Anschlag verüben sollte.

Kontakt brach ab

Abdulmutallab hatte Nigeria Anfang des Jahres verlassen, um in Dubai einen Hochschulabschluss zu erwerben. Vor zwei Monaten reiste er dann nach Jemen - angeblich, um seine Arabischkenntnisse zu verbessern. Doch unmittelbar nach seiner Ankunft brach er alle Kontakte zu seiner Familie ab.

Das US-Verteidigungsministerium werde in den kommenden 18 Monaten mehr als 70 Millionen Dollar ausgeben und Spezialtruppen einsetzen, um das jemenitische Militär sowie Truppen des Innenministeriums und der Küstenwache auszubilden und auszurüsten, berichtete die New York Times nun. Damit verdopple sich die US-Militärhilfe für den Jemen.

Bei Luftangriffen auf mutmaßliche Verstecke der Al-Kaida im Jemen sind am vergangenen Wochenende nach jemenitischen Regierungsangaben mehr als 30 Extremisten getötet worden, darunter angeblich drei ranghohe Mitglieder des Terrornetzwerks. Die Angriffe in der östlichen Provinz Shabwa seien vom US- und vom saudi-arabischen Geheimdienst unterstützt worden.

Etikett "Al-Kaida"

Offizielle Angaben aus Sanaa sind allerdings mit Vorsicht zu behandeln. Dem Regime von Staatspräsident Ali Abdullah Saleh kommt es gelegen, alle inneren Unruhen im Land den Aktivitäten von Al-Kaida zuzuschreiben.

Die Gruppierung "Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel" hat gleichwohl Racheaktionen wegen des jüngsten Luftangriffs unter amerikanischer Beteiligung angekündigt. "Wir werden nicht zulassen, dass das Blut muslimischer Frauen und Kinder vergossen wird, ohne Rache zu üben" , hieß es in der Internet-Botschaft, die am Sonntag auf islamistischen Internetseiten veröffentlicht wurde und auf den 20. Dezember datiert ist.

Der Nationale Sicherheitschef des Jemen, Ali Mohammed Al-Ansi, gab am Montag die Festnahme von 29 mutmaßlichen Mitgliedern von Al-Kaida bekannt. Die Gruppe habe geplant, Einrichtungen der Regierung wie auch die britische Botschaft in Sanaa anzugreifen, hieß es auf der Internet-Seite des jemenitischen Verteidigungsministeriums. Die Sicherheitskräfte seien weiteren Verdächtigen auf der Spur, hieß es. (dpa, AFP, Reuters, red/DER STANDARD, Printausgabe, 29.12.2009)

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    Neue Front im Kampf gegen den Terrorismus: Jemens Staatschef Saleh nutzt Hilfe der USA.

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