Ein Spermium wandert durch Wien

28. Dezember 2009, 18:15
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Künstler Daniel Feyerl will mit seinen Aktionen provozieren

Wien - Wer seinen blanken Hintern in die Auslage stellt, muss eine dicke Haut haben. So wie Daniel Feyerl: "Dem Möchtegernkünstler ist wieder langweilig" , hat jemand anonym auf seiner Webseite hinterlassen. Auch solche Reaktionen will der 53-Jährige, der mit zwei Gleichgesinnten das Künstlerkollektiv Xyniel bildet, provozieren.

Das Mittel zum Zweck: ein Video, in dem fünf Minuten lang neben dem nackten Feyerl dutzende philosophische Weisheiten eingeblendet werden, die über die Bedeutung der menschlichen Entscheidung sinnieren - vom Spermium bis zum Greis. "Es soll zeigen, dass jeder Mensch sein Leben selbst in der Hand hat", sagt Feyerl. Per SMS oder E-Mail kann man seine Meinung zum Gesehenen einbringen - für Feyerl eine Art Lackmustest: "Wir wollen herausfinden, wie tolerant unsere Gesellschaft ist."

Die Installation war unter anderem schon auf dem Urban-Loritz-Platz, in der HauptUni und bei den Fiakern hinter dem Stephansdom zu sehen. Im Internet (www.xyniel.com) kann man neben den aktuellen Standorten der "decision" -Bildschirme nachlesen, was das Publikum darüber denkt. Als Entscheidungshilfe sozusagen. (flon/DER STANDARD-Printausgabe, 29.12.2009)

  • "Decision"  hinterfragt die Macht der menschlichen Entscheidung.
    foto: florian niederndorfer

    "Decision" hinterfragt die Macht der menschlichen Entscheidung.

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