Valentino trennt sich von Hugo Boss

28. Dezember 2009, 18:01
6 Postings

Italienisches Modehaus muss 2,2 Milliarden Euro Schulden abbauen

Mailand - Die Krise in der Luxusbranche hat eines der renommiertesten italienischen Modehäuser voll getroffen. Durch eine Kapitalerhöhung, den Schuldenabbau und die Trennung von der deutschen Tochter Hugo Boss soll die Sanierung der Nobelmarke Valentino eingeleitet werden.

Der Private-Equity-Fonds Permira und die Industriellenfamilie Marzotto haben eine Kapitalerhöhung von 250 Millionen Euro bei der Valentino Fashion Group beschlossen. Die Einnahmen aus der Kapitalaufstockung sollen zu einem Abbau der 2,2 Mrd. Euro Schulden dienen.

Um Valentino nach der Teilentschuldung weitere Spielräume zu eröffnen, wollen sich die Aktionäre von Hugo Boss trennen. Das Metzinger Modeunternehmen steht für rund drei Viertel des Umsatzes und 90 Prozent des Gewinns der Valentino Gruppe. Permira hatte Valentino 2007 um 2,7 Mrd. Euro übernommen.

CEO Stefano Sassi kündigte eine Aufteilung des Unternehmens in drei Teile an: Auf der einen Seite soll die defizitäre Haute Couture mit sämtlichen Valentino-Prêt-à-porter-Kollektionen zusammengefasst und mit einer Finanzspritze von 100 Mio. Euro saniert werden.

Des Weiteren werden die Kollektionen von der Marke Marlboro Classic und der in Lizenz hergestellten Missoni in einer eigenen Gesellschaft vereint. Die deutsche Tochter Hugo Boss mit einer Marktkapitalisierung von 1,6 Mrd. Euro soll ausgegliedert werden. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.12.2009)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Wem es gefällt: Cash-Cow Hugo Boss ist bald zu haben.

Share if you care.