ÖVP gilt als erfolgreichste Partei des Jahres 2009

28. Dezember 2009, 18:02
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STANDARD-Umfrage des Market-Instituts: Zusammengehen von Teilen des BZÖ mit der FPÖ hat auf Position der beiden Parteien kaum Auswirkungen

Linz - Es hätte der Abspaltung der Kärntner nicht bedurft, um dem BZÖ ein Verliererimage zu verpassen, wie es die Grafik rechts darstellt. Davon ist der Chef des Linzer Market-Instituts Werner Beutelmeyer überzeugt.

Im Auftrag des STANDARD erhob Market in der Woche vor Weihnachten, wie sich die Parteienlandschaft verändert hat: "Praktisch gar nicht, die Ereignisse beim BZÖ und den Freiheitlichen in Kärnten sind ja selbst für Menschen, die sich intensiv mit Politik befassen, kaum nachzuvollziehen. Und sie sind, wenn man die Zeitungen liest, ja auch noch nicht abgeschlossen. Da kann man nicht erwarten, dass sich die Bürger deswegen groß anders entscheiden" , sagt Beutelmeyer.

Er führt als Beleg die Sonntagsfrage an: Eine Woche vor der Pressekonferenz, in der Uwe Scheuch bekannt gegeben hat, das Kärntner BZÖ als FPK mit der FPÖ zusammenzuführen, hatte die Market-Hochrechnung für die FPÖ 24 Prozent ausgewiesen und für das BZÖ vier Prozent.

Eine Woche nach jener Pressekonferenz gibt es ein nahezu identisches Ergebnis: Die ÖVP liegt mit 32 Prozent deutlich vorne, die FPÖ erreicht 24 Prozent und das BZÖ vier. "Veränderungen gab es nur bei den Kleinstparteien" , sagt Beutelmeyer.

In Zeiten, in denen Wahlen nicht direkt anstehen, bekunden viele Wahlberechtigte, ihre Stimme beim nächsten Mal einer neuen Gruppierung geben zu wollen. Über den Sommer und im Herbst haben die Market-Hochrechner jeweils drei bis vier Prozent Potenzial für diese unter "Andere" firmierenden Gruppen errechnet. Momentan aber will kaum jemand eine solche Splittergruppe unterstützen - "im rechten Lager gibt es die Auswahl zwischen dem BZÖ und der FPÖ-FPK - und im linken Lager sammelt man sich jetzt um die SPÖ oder um die Grünen" , sagt Beutelmeyer. Wenn man so wolle, profitierten die Grünen indirekt von der BZÖ-Krise: "Da sagen sich vielleicht einige, dass sie nicht abseits stehen wollen und geben statt dem Wunsch nach einer Kleinpartei die Wahlabsicht für die Grünen an - aber das ist ein Erklärungsversuch für das Ergebnis und nicht durch eine Nachfrage belegt."

Schwache Grüne

Die Grünen könnten Zulauf jedenfalls brauchen - wie aus einem anderen Teil der Untersuchung klar hervorgeht. Ihnen wird nämlich ganz ähnlich wie dem BZÖ und der SPÖ von einer Mehrheit der Befragten attestiert, dass sich ihre Lage im zu Ende gehenden Jahr verschlechtert habe.

Nur der ÖVP und in etwas geringerem Ausmaß der FPÖ wird mehrheitlich eine Stärkung ihrer Position zugetraut.

52 Prozent der Österreicher meinen, dass die ÖVP heute besser dasteht als vor einem Jahr - insbesondere sind es Männer, Angehörige der mittleren und älteren Generation und Angehörige der höheren Bildungs- und Einkommensschicht, die diese Einschätzung teilen. Acht von zehn ÖVP-Wählern sehen ihre Partei verbessert.

Dagegen sieht jeder zweite SPÖ-Wähler eine Verschlechterung der Lage seiner Partei, nicht einmal jeder dritte SP-Anhänger sieht eine Besserung.

Die Anhänger der SPÖ und der ÖVP sehen mehrheitlich keine Verbesserung für die Lage der FPÖ - in der Gesamtbevölkerung ist das Bild aber klar: Da haben 45 Prozent einen besseren Eindruck, 37 einen schlechteren. (Conrad Seidl/DER STANDARD, Printausgabe, 29.12.2009)

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