Neuerungen beim Kindergeld sollen die Väter locken

28. Dezember 2009, 17:55

Mehr Geld, mehr Karenzpapas: Hoffen auf Anstieg auf 20 Prozent – auch dank einkommensbezogenen Kindergelds

Wien - Familien-Staatssekretärin Christine Marek (VP) ist zuversichtlich: Mittelfristig sei es "sehr realistisch" , dass 20 Prozent der Väter in Karenz gehen, sagte sie am Montag. Die Steigerung wäre enorm, denn derzeit sind es gerade einmal vier Prozent.

Möglich machen soll diesen Anstieg vor allem eine Neuerung: das einkommensabhängige Kindergeld mit 80 Prozent des Letztverdienstes (höchstens 2000 Euro) - beziehbar auch rückwirkend für Geburten ab dem 1. Oktober 2009. Da es ab nun insgesamt fünf Varianten (siehe Grafik) samt flexiblen Zuverdienstgrenzen gibt, wird es für Eltern noch schwieriger, den Überblick zu behalten. Marek präsentierte daher einen Online-Vergleichsrechner an.

Der neue "Kindergeld" -Rechner ist ein schneller, sehr effizienter Weg, um festzustellen, wie viel man monatlich dazuverdienen darf. Er ist sehr benutzerfreundlich. Es bedarf weniger Daten (natürlich muss man das Jahresgehalt parat haben, was nicht immer der Fall ist), und nach fünf Minuten ist klar, wie viel monatlich erwartet werden darf - vorausgesetzt, es gibt nur Einkünfte einer Art (etwa nur unselbständig oder nur selbständig). Bei Mischformen wirft der Rechner nur die Jahres-Zuverdienstgrenze aus, bei der monatlichen Berechnung scheint er überfordert zu sein. Außerdem fragt er bei selbständigen Tätigkeiten und solchen aus Land- und Forstwirtschaft oder Gewerbe nach den vorgeschriebenen SV-Beiträgen.

Was der Rechner nicht verrät, ist die Tatsache, dass sich gegenüber 2008 Entscheidendes verändert hat: Wer die Zuverdienstgrenze in einem Monat überschreitet, muss nur mehr für diesen besagten Monat Karenzgeld zurückzahlen - nicht mehr, wie 2008, für das gesamte Jahr. (pm, stui/DER STANDARD, Printausgabe, 29.12.2009)

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pizarro
10
Väterkarenz, wer denkt sich den sowas aus?

Thomas Felder
00
16.2.2010, 10:25

was schlecht daran?

pizarro
00
16.2.2010, 11:19

Das System welches gerade entwickelt wird und wurde ist schlecht. Väterkarenz macht nur dann Sinn wenn es die Frauen entlastet, aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen wenn ein Vater jetzt 1 Monat zuhause ist, ist es so , dass die Frau zum Kind noch einen Mann zu versorgen hat, im Regelfall. Bleibt er 3 Monate zuhause lernt er die nötigsten Dinge um für weitere Babys einmal in Karenzzeiten Sorge zu tragen. Ab einem halben Jahr wird es interessant, da greift er der Frau schon einmal unter die Hände und ist bestens vorbereitet für spätere Karenzaufgaben. Doch alles nur wenn der Mann willig ist diese Aufgaben auch zu erledigen!!!!

Ich selbst war bei Kind 1 ein halbes Jahr in Karenz, bei 2 ca. 2,5 Jahre und bei Kind 3 ungefähr die Hälfte.

er t
10
30.12.2009, 14:06
Nette Neuerung

für einen normalen Angestellten in der Privatwirtschaft leider sinnlos. Die ersten 6 Monate stillt die Frau das Baby. Das kann der Mann beim besten Willen nicht (und soviel abpumpen, daß die Frau normal arbeiten gehen kann geht meist physiologisch nicht). Was dann? Dann soll der Mann in Karenz gehen? Die Familie auf den normalerweise größten Teil des Einkommens verzichten? Manche Dinge lassen sich leider mit Geld kaum verändern. Frauen betreuen Säuglinge und Kleinstkinder, Männer sterben früher. Was solls. So ist das Leben.

Marilynn E.
00

Unsinn. 1. werden viele Kinder gar nicht gestillt, das ist also nicht in jedem Fall ein Argument und 2. hat man beim einkommensabhängigen Kindergeld 80% vom Letztbezug, maximal 2000 euro (was 90% aller Gehälter abdeckt), was den Einkommensausfall des Mannes weitgehend kompensiert und daher eben schon die Möglichkeit schafft, daß Männer vermehrt in Karenz gehen.

RS69
 
13
30.12.2009, 14:36

Wer nicht will, findet hunderte "geht nicht" ausreden - um nicht zugeben zu müssen, dass er einfach nicht will.

er t
01
30.12.2009, 15:27
Genau, sag ich auch immer

Schwerkraft ist eine reine Einbildung.

Chocoholic
00
Sie meinen die Schwerkraft, die Sie am Boden kriechen macht?

Ja, die ist Einbildung.

RS69
 
03
30.12.2009, 15:43

Es gibt genug Männer in der Privatindustrie, die in Karenz gehen. Klar bedeutet das berufliche EInschnitte - für Frauen übrigens auch.

Ihre eigene persönliche Schwerkraft, die nur für Sie gilt und für andere nicht wäre da der passendere Vergleich.

J.Iber
20
29.12.2009, 20:02
14 Monate Kinderbetreungsgeld sind ein...

...schlechter Witz.

mfg

MFC
00
30.12.2009, 10:37
Begründung?

J.Iber
00
30.12.2009, 13:33
14 Monate sind zu ...

...kurz!

mfg

bösartiger gutmensch
21
29.12.2009, 21:14

gut verdienende sollen nicht zu hause bleiben und auf kinder aufpassen. die politik will, dass gutverdienende werfen, dafür kurz aus dem arbeitsprozess ausscheiden und so schnell wie möglich wieder in den gut bezahlten job zurückkehren, um wieder monatlich ihre steuern zu zahlen.

Marilynn E.
01

da geht es um eine Möglichkeit und nicht um eine Verpflichtung. Es gibt Paare, die wollen das so und andere, die wollen das nicht. Das bleibt jedem selbst überlassen.

Bürger Europas
01
30.12.2009, 12:36

Gutverdienende WOLLEN nicht lange zuhause sitzen!

Ich halte auch eine absolute Zuverdienstgrenze für einen Fehler. Viele Gutverdienende wollen schon nach 6, spätestens 9 Monaten wieder langesam anfangen zu arbeiten. Je höher aber das Einkommen, desto geringer die Stundenzahl, die sie arbeiten können. Gerade bei qulifizierten Tätigkeiten ist eine Wochenarbeitszeit von 9 Stunden o.ä. aber geradezu witzlos.
Der Zuverdienst sollte besser auf Basis % des letzten Einkommens geregelt werden.

Marilynn E.
00

es soll ja jetzt auch eine prozentuelle Zuverdienstgrenze geben, 60% vom Letztbezug. Allerdings nur bei den nicht einkommensabhängigen Varianten.

bösartiger gutmensch
00
30.12.2009, 13:01

1. woher wollen Sie das wissen?

2. wenns so wär, wärs ja kein problem, ein höheres kindergeld auch für längere betreuungszeiten zu ermöglichen. nimmt dann halt, wenn Ihre vermutung stimmt, kein mann in anspruch. aber die wahlfreiheit bestünde dafür.

3. zum poster unten Ihnen: wenn man 2 jahre zu hause bleibt, beträgt das kindergeld nicht mal 700 euro/monat. da brauchts wahrlich keinen "großverdiener, der sich die kinderbetreuung eh locker leisten kann", um die paar netsch als nichtanreiz zu sehen und lieber arbeiten zu gehen.

Bürger Europas
00
30.12.2009, 13:18

Stellen Sie sich vor, ich kenne ein paar (zumindest kenne ich jemanden, der einen kennt...)

bösartiger gutmensch
00
30.12.2009, 13:39

nun, dann kennen Sie jetzt einen nicht schlecht verdienenden, der gerne in karenz gehen und lange zu hause sitzen würde.

anreize dafür gibts aber nicht.

nodiesop
10
30.12.2009, 12:41
nope

es geht ja nur um die Statistik...

die breite Masse - also bis zum gehobenen Mittelstand - sollen die Väter daheim bleiben...

ein Großverdiener soll weiter arbeiten...

wie kommt der Steuerzahler dazu das Kindergeld eines Großverdieners zu bezahlen, der so viel Vermögen besitzt, daß er auch ohne Kindergeld es sich leisten kann daheim zu bleiben...

Marilynn E.
00

das Kindergeld ist mit 2000 Euro gedeckelt. Und natürlich fehlt auch einem Besserverdiener dsa Einkommen, wenn er in Karenz ist. Das an ein Vermögen zu knüpfen ist absurd, denn das ist selten nachweisbar.

RS69
 
02
30.12.2009, 14:05

Der Steuerzahler ist eben vor Allem der Besserverdiener- und nicht der, der grad mal ein paar TEUR steuern jährlich abliefert.

josi,fm 01
01
29.12.2009, 15:30
gretchenresumee

mit befristeten verträgen, wie es immer üblicher wird ,kann
1. keiner mehr kinder planen,geschweige denn sich leisten und
2. schon gar keine noch so lange karenz in anspruch nehmen-ausser es geht beim ams wieder los

die nächste hürde-krippen und kindergärten
dann pflichtschule
endlich mit 14-16a kann mans getrost ein paar stunden alleine lassen.
wenn man dann richtig arbeiten will und kann,ist man schon zu alt für unsere leistungsgesellschaft

Chocoholic
00
Vorsicht uebrigens: freie Dienstnehmer muessen ab 2010

auch den Arbeitgeberbetrag bezahlen....

Doppelter Doktor
 
23
29.12.2009, 13:30
Die Denkfalle

Klar, Väter in die Karenz schicken, aber ihnen genauso nach der Trennung die gemeinsame Obsorge verweigern und sie zu Besuchsvätern degradieren.

Ich finde es zunehmend komisch, wie man auf Seiten der Politik versucht, Väterkarenz zu bewerben ohne gleichzeitig etwas gegen die unhaltbaren Zustände im Familienrecht zu unternehmen.

Frankreich hat nicht deshalb eine hohe Geburtenrate, weil dort Betreuungseinrichtungen und Karenzregelungen stimmen, sondern vor allem auch weil sie versuchen, das fortschrittlichste Familienrecht Europas zu besitzen. Das gibt die Sicherheit, auch nach einer möglichen Trennung gleichberechtigter Elternteil zu bleiben.

In Österreich wird das Familienrecht mehr & mehr zur Farce für den getrennt lebenden Elternteil.

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